Das Lungenkraut

Pulmonaria officinalis

Der Name Lun­gen­kraut klingt selt­sam. Was hat die­se Pflan­ze mit der Lun­ge zu tun? Noch dazu mit der des Menschen? 

Ähn­lich wie beim Leber­blüm­chen ist der Name der Form der Blät­ter geschul­det, die an einen Lun­gen­flü­gel erin­nern. Und damit kommt dann wie­der die Signa­tur­leh­re ins Spiel, genau wie beim Leberblümchen. 

Im Mit­tel­al­ter brach­te man die äuße­re Form der Pflan­ze ger­ne mit mensch­li­chen Orga­nen in Ver­bin­dung.
Dar­aus lei­te­te man dann eine Heil­kraft der Pflan­ze für das mensch­li­che Organ ab, das eine gewis­se Ähn­lich­keit mit Tei­len die­ser Pflan­ze hat.

Das gefleckte Lungenkraut

Die Blät­ter des gefleck­ten Lun­gen­krauts tra­gen weiß­li­che Flecken, daher auch der Namens­zu­satz, gefleckt. Es gibt auch noch ande­re Lun­gen­kräu­ter, das rote Lun­gen­kraut zum Beispiel.

Das gefleckte Lungenkraut in unserem Garten. Die weißlichen Flecken auf den Blättern sind deutlich zu sehen.

Da die Blü­ten mehr­far­big sind, hießt das Lun­gen­kraut auch Hän­sel und Gre­tel oder Brü­der­chen und Schwe­ster­chen. Es blüht von März bis in den Mai hin­ein. So erfreut uns das Lun­gen­kraut recht lan­ge mit sei­nen wun­der­vol­len Blü­ten, aber nicht nur uns son­dern auch Bie­nen und Hummeln.

Die Blü­ten sind zuerst rosa­rot und wer­den dann nach drei bis vier Tagen vio­lett­blau. Die rosa­rot gefärb­ten Blü­ten ent­hal­ten übri­gens mehr Nek­tar als die vio­lett­blau­en und wer­den des­we­gen von den Insek­ten bevorzugt.

Hier wächst das Lungenkraut gut

Der Stand­ort soll­te halb­schat­tig sein und den­noch genug Son­nen­wär­me bie­ten, ger­ne sie­delt sich die Pflan­ze unter Bäu­men und Sträu­chern an, die jetzt noch kei­ne Blät­ter tra­gen und so genü­gend Son­ne durch­las­sen. Bei uns wächst das Lun­gen­kraut im Rosen­gar­ten. Hier bie­tet die Bob­by James, die in eine Bir­ke wächst genug Schatten.

Das Lun­gen­kraut kommt auch im Schat­ten zurecht, blüht dann aber nicht so üppig.

Boden

Der Boden ist, wie immer in unse­rem Gar­ten, lehm­hal­tig, ledig­lich die ober­ste Schicht ist Humus­reich. Auf die­sem Boden wächst das Lun­gen­kraut sehr gut bei uns.

Pflege

Nach der Blü­te schnei­den wir die Blü­ten­stän­de ab, wenn man aber möch­te dass die Pflan­ze sich aus­samt, dann lässt man die Blü­ten­stän­de ste­hen. Im Früh­jahr dün­gen wir die Pflan­ze mit Kom­post. Mehr machen wir nicht.

Auch wenn wir uns nicht dar­an hal­ten, mag es das Lun­gen­kraut ger­ne feucht. Die Blät­ter sehen dann auch im Som­mer noch sehr gut aus.

Aller­dings scheint es der Pflan­ze nicht so viel aus­zu­ma­chen, dass wir sie gera­de im Som­mer nicht so oft gie­ßen, sie blüht trotz­dem jedes Jahr wieder.

Das Lungenkraut gilt als Heilpflanze

Es ist ein Kraut, das gegen Beschwer­den der Lun­ge hel­fen soll, ins­be­son­de­re gegen Husten. Die Wirk­sam­keit gegen Husten erklärt sich aus dem rela­tiv hohem Gehalt an Kie­sel­säu­re in der Pflan­ze. Als Kie­sel­säu­re bezeich­net man die Sau­er­stoff­säu­ren des Sili­zi­um, das heißt wir fin­den im Lun­gen­kraut recht viel Sili­zi­um. Aller­dings han­delt es sich hier­bei um ein Spu­ren­ele­ment, von dem im mensch­li­chen Kör­per nur rund 1,4 Gramm ent­hal­ten sind, den­noch ent­hält so gut wie jede Zel­le Silizium. 

Kie­sel­säu­re wer­den eine gan­ze Rei­he von posi­ti­ven Eigen­schaf­ten zugeschrieben:

  • Stär­ken des Bindegewebes
  • Betei­li­gung am Zell­auf­bau und Akti­vie­rung des Zellstoffwechsels
  • Es soll ent­zün­dungs­hem­mend wirken
  • Erhal­tung und Stei­ge­rung der Ela­sti­zi­tät von Blut­ge­fä­ßen sowie Stär­kung dieser
  • Der Alte­rungs­pro­zes­ses soll gehemmt werden
  • Des­in­fi­zie­rend wirkt es wohl auch
  • Und eine Stär­kung des Immun­sy­stems wird ihm auch zu geschrieben

Die Liste lie­ße sich sogar noch fort­setz­ten. Es wird emp­foh­len ein bis zwei Tee­löf­fel Lun­gen­kraut als Tee auf­zu­brü­hen, dafür kann alles, was über der Erde wächst ver­wen­det wer­den. Der Tee soll­te zehn Minu­ten ziehen. 

Wis­sen­schaft­lich bewie­sen ist das alles nicht. Und wir kön­nen auch nicht beur­tei­len, ob das Lun­gen­kraut all die­se Wir­kun­gen tat­säch­lich hat.
Also lie­ber nicht dar­auf ver­las­sen, und im Zwei­fel einen Arzt aufsuchen.
Lungenkraut, Pulmonaria officinalis

Uns erfreut das Lun­gen­kraut wegen sei­ner wun­der­vol­len Blü­te, beson­ders die ver­schie­de­nen Far­ben der Blü­ten begei­stern uns.

Wir wün­schen Dir ein wun­der­schö­nes Wochen­en­de und hof­fen, dass Du gut durch die­se Zeit kommst und gesund bleibst.

Vie­le lie­be Grüße

Loret­ta und Wolfgang

Loretta

Loret­ta: Fotos (soweit nicht anders gekennzeichnet)

21 Kommentare zu „Das Lungenkraut“

  1. Hal­lo Loretta,
    hal­lo Wolfgang,

    fein ist dein Lun­gen­kraut. Ich habe das neu­lich im Leu­dels­bach in so einer Viel­zahl gese­hen und auch dar­über berichtet.
    Ich fin­de es heu­te bestimmt auch wieder.

    Mir gefällt es so gut und wenn man es im Gar­ten hat, ist es noch schöner.
    Inter­es­sant dei­ne Aus­füh­run­gen zum Boden usw., ja, da hat es am Stand­ort im Leu­dels­bach­tal die besten Voraussetzungen.
    Alles Gute, ein schö­nes Wochen­en­de und bleibt gesund und passt auf Euch auf.
    Lie­be Grü­ße Eva

    1. Lie­be Loret­ta, lie­ber Wolfgang,
      schon inter­es­sant was sich unse­re Ahnen alles aus­ge­dacht haben.
      Am Wochen­en­de sind wir bei schön­stem Wet­ter in einem Natur­schutz­ge­biet wan­dern gewe­sen, dort wuchs auch Lun­gen­kraut, außer­dem blüh­ten noch ein paar Märzen­be­cher, Leber­blüm­chen, Sei­del­bast, Veil­chen und wir konn­ten uns über die ersten Schlüs­sel­blu­men freuen.
      vie­le Grü­ße Margot

  2. Lie­be Loret­ta, lie­ber Wolfgang,
    Im letz­ten Jahr habe zwei Pflänz­chen gesetzt. Sie gefal­len mir so gut, dass ich schon dar­über nach­den­ke, ob es nicht eine schö­ne Beet­ein­fas­sung abgä­be mit den tol­len Blät­tern. Dann könn­te man auch ab und an mal ein Täss­chen Tee trinken.
    Bleibt gesund und habt ein schö­nes Wochenende!
    Lie­be Grüße
    Steffi

  3. Ich mag sol­che klei­nen nied­ri­gen Blü­her sehr ger­ne. Oft weiß ich gar nicht um was für eine Pflan­ze es sich han­delt wenn ich sie sehe. Des­halb freue ich mich immer sehr über eure Posts. Könn­te sein dass sie in unse­rem Stein­gar­ten wächst? Ich muss mal schau­en. Wobei da viel Son­ne ist.
    Schö­nes Wochen­en­de, bleibt gesund! lie­be Grü­ße Tina

  4. Einen schö­nen guten Morgen,

    die Blü­ten vom Lun­gen­kraut fin­de ich auch ganz bezau­bernd, beson­ders die Nah­auf­nah­me zeigt die Schön­heit rich­tig gut.
    Es ist immer wie­der inter­es­sant, wel­che Heil­kräf­te in Pflan­zen stecken. Die­sen Monat habe ich ein Kräu­ter­buch gele­sen, das wür­de gut in eure Link­par­ty passen. 

    Lie­be Grü­ße, ein schö­nes Wochen­en­de und viel Freu­de am Garten,
    Barbara

  5. Oh, wie hübsch! Lun­gen­kraut ist so ein freund­li­ches, beschei­de­nes Pflänz­chen, fin­de ich, und lei­stet sich doch Blü­ten in zwei Far­ben. Wer hat so was sonst schon?
    LG
    Centi

  6. Mein Schwie­ger­va­ter hat­te einen spe­zi­el­len Namen für das Lun­gen­kraut, er nann­te es „Schlot­ter­ho­sen” und zusam­men mit Huf­lat­tich mach­te er sei­nen eige­nen Sirup.
    L G Pia

    1. Die klei­nen Blü­ten sind in die­ser unru­hi­gen Zeit ein sehr will­kom­me­ner Anblick und zugleich auch noch heil­sam. Eine wun­der­schö­ne Aus­sicht auf die Blü­ten ist wie­der ein­mal gelungen.
      Es grüßt Sieghild

  7. lun­gen­kraut hab ich hier auch ange­sie­delt — geret­tet von einem wald­weg, der gera­de geschot­tert wer­den soll­te für die schwe­ren forstmaschinen.…
    es wohnt unterm hybis­kus und im hor­ten­si­en­beet. aber es blüht noch lan­ge nicht — hier ist es noch viel zu kalt.
    xxxx

  8. Ein Blüm­chen mir so schö­nen Blau­tö­nen, wie ich es gera­de in die­sem Früh­jahr wie­der so ger­ne habe. Lei­der hat es sich aus mei­nem Gar­ten ver­zo­gen, obwohl der doch recht schat­tig ist. Loret­ta macht immer so schö­ne Fotos!

    Alles Lie­be!
    Astrid

  9. Lie­be Loret­ta, lie­ber Wolfgang,
    auch ich ken­ne das Lun­gen­kraut, wuss­te aber nicht, dass es eine ech­te Heil­pflan­ze ist. Ich habe mich immer an den Blü­ten erfreut.
    Dan­ke für die vie­len Infos rund um die­ses fei­ne Kräutlein.
    Ange­neh­mes Wochen­en­de und lie­be Grüße
    moni

  10. Das Lun­gen­kraut wächst bei uns auch gut. Des­halb freue ich mich über die Infor­ma­tio­nen. Das Früh­lings­blau fin­de ich immer beson­ders schön.
    LG
    Magdalena

  11. Ent­zückend in der Zwei­far­big­keit und wun­der­schön! Wür­de sich bei mir auch gut machen, hab ich doch ein fei­nes Schattenbeet.….
    So schö­ne Fotos!
    Ich wün­sche Euch eine fei­ne neue Woche Ihr Lieben!

    Susi

    1. Lie­be Yase,
      ich habe noch nie nach­ge­se­hen, ob man das bestel­len kann. Aber im Inter­net gibt es doch eigent­lich alles.

      Vie­le lie­be Grüße
      Wolfgang

  12. Hal­lo Ihr beiden,

    wow, ich gebe es zu. In eurem Gar­ten wür­de ich gern mal vor­bei­kom­men und bit­te jede men­ge Able­ger mir mopsen. 

    Es gefällt mir so gut und wir sind ja gera­de am umge­stal­ten. Das wäre perfekt.

    Bleibt Gesund und habt eine schö­ne Woche.

    LG, Elke

    1. Lie­be Elke,
      wenn Du mal irgend­wo hier in der Nähe bist, kannst Du ger­ne vor­bei­kom­men. Able­ger fin­den wir ganz sicher auch.

      Vie­le lie­be Grüße
      Wolfgang

  13. Hal­lo lie­be Loret­ta, lie­ber Wolfgang,
    ich ken­ne das Lun­gen­kraut auch und wuss­te auch das es eine Heil­pflan­ze ist. Mei­ne Oma hat­te wenig mit Tablet­ten etc am Hut, sie stand auf Heilkräuter.
    Kann mich noch gut erin­nern das wir eine Heil­bol­le in der Küche ste­hen hat­ten. Wenn jemand erkäl­tet war wur­de ein Stück vom Blatt abge­schnit­ten, zer­quetscht und der Saft wur­de dann mit Was­ser und Zucker ange­rührt und wir muss­ten ihn trinken.
    Mir gefällt das Blüm­chen mit sei­nen schö­nen Blü­ten auch sehr gut.
    Trotz­dem vie­len Dank für die vie­len Infos.

    Habt eine schö­ne Woche und passt auf Euch auf.
    Lie­be Grüße
    Biggi

  14. Hal­lo ihr Lieben,
    da seid ihr ja sehr aktu­ell, denn falls das Heil­pflänz­chen tat­säch­lich bei Lun­gen­pro­ble­men hilft, könn­te es auch bei Coro­na­in­fek­tio­nen Lin­de­rung brin­gen. Aber so wie ihr’s sagt: Ver­las­sen wür­de ich mich nicht drauf.
    In unse­rem Gar­ten wächst das Lun­gen­kraut deit dem ver­gan­ge­nen Jahr — an einem rela­tiv son­ni­gen Platz übri­gens, aber es scheint sich den­noch wohl zu füh­len, jeden­falls blüht es auch heu­er wie­der hübsch Hän­sel-und-Gre­te­lig 🙂 Auch ich hab es nicht wegen der Heil­wir­kung ange­pflanzt, son­dern weil es bie­nen­freund­lich und schön anzu­se­hen ist 🙂
    Heu­te bin ich wie­der — spät aber doch — mit ein paar Col­la­gen aus der Natur bei eurem Link­up dabei, die ich als Unter­ma­lung für mein aktu­el­les Posting ver­wen­det habe…
    Ganz lie­be Grüße,
    Traude

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