Die Tomate

Solanum lycopersicum

Mittlerweile sind die Tomaten, die wir im Frühjahr aus Samen selbst gezogen haben herangewachsen, und wir die Frucht unserer Arbeit endlich, nach Monaten des Wartens, ernten.

Tomaten aus Samen ziehen.

Nicht alle Pflanzen, die wir gezogen haben, sind durchgekommen. Tagsüber waren sie Draußen und Nachts, als es noch zu kalt war, waren sie im Schuppenhaus. Aber so manche Pflanze, die wir Abends ins Schuppenhaus stellten, war am nächsten Tag einfach verschwunden. Nur noch der Topf mit der Erde war da. So als seien sie in der Nacht von Außerirdischen weggebeamt worden. Das Beamen haben wir aber dann mit einer simplen Kuchenhaube unterbunden.

Es ist schon erstaunlich, wie leicht man so weit fortgeschrittene Technik sabotieren kann. Vielleicht waren es aber auch nur besonders gefräßige und zudem auch noch vollkommen herzlose Insekten.

Aber ein paar Pflanzen haben wir dann doch noch groß ziehen können.

Woher kommt die Tomate eigentlich?

Ursprünglich kommt diese Frucht aus Mittel- und Südamerika, wo sie schon vor dem Jahre Null kultiviert wurde. Nach Europa hat sie dann vermutlich Columbus mitgebracht.

Tomate von 1542 - 1544
Eine getrocknete Tomate von 1542-1544.
Quelle: Naturalis Biodiversity Center/Wikimedia Commons. This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported license.

Und auch der Name Tomate stammt aus dieser Gegend. Er leitet sich von dem aztekischem Wort xītomatl her. Was wohl soviel heißt wie “Nabel des dicken Wassers”.

Mir war nicht klar, dass ich relativ häufig ein Wort benutze, dass aus der Sprache der Azteken stammt. An Griechisch oder Lateinisch, ganz zu schweigen von Englisch, habe ich mich ja gewöhnt, aber Aztekisch hätte ich nicht vermutet.

Tomatenpflanzen in unserem Garten.

Im Garten

Nachdem unsere Tomaten dann groß genug waren, durften sie in alte Zinkwannen umziehen, die wir im Garten aufstellten. Ohne ein Regendach oder dergleichen, was in diesem trockenen Sommer auch absolut nicht notwendig war. Früher sind uns die Tomaten immer kaputt gegangen, weil es einfach zu viel regnete. Wir haben sogar noch in jede Zinkwanne ein Loch gebohrt, damit zuviel Wasser ablaufen kann. Weil es bei uns dann doch mal geregnet hat, und zwar sehr viel in kurzer Zeit, waren die Löcher doch noch sinnvoll.

Die Tomaten wachsen bei uns in alten Zinkwannen.

Frucht oder Gemüse? Was ist die Tomate?

Man kann sich trefflich darüber streiten, ob die Tomate eine Frucht ist oder ein Gemüse. Es gibt eine Reihe von Definitionen, die entweder das eine oder das andere belegen. Botanisch gesehen ist die Tomate eine Beere. Letztlich hat man sich darauf geeinigt, dass die Tomate ein Fruchtgemüse ist.

Tomaten sind gesund, oder doch nicht?

Tomaten sollen nicht nur die körpereigene Abwehr stärken, sondern auch noch vorbeugend wirken gegen Herzinfarkt und Krebs. Daher raten Forscher zum täglichen Tomatenkonsum.

Andererseits enthalten Tomaten Solanin, das zu Krämpfen und verhärteten Muskeln führen kann, zudem soll es auch noch die Darmwand schädigen.

Unsere kleine Ernte dürfte aber weder eine schädliche noch eine gesundheitsfördernde Wirkung haben. Dafür sind es dann doch zu wenige Tomaten. Aber sie schmecken sehr gut, und die ganze Arbeit hat sich gelohnt.

Selbst gepflanzt

Eine Tomate, die sich selbst gepflanzt hat.

Die Tomatenpflanze, die Du oben auf dem Bild siehst, hat sich diesen Standort, mitten im Bachlauf, selbst gewählt. Wie sie dahin kommt, wissen wir nicht. Wir lassen sie stehen, auch wenn nicht damit zu rechnen ist, dass sie noch tragen wird.

Ist in Deinem Garten auch schon mal eine Tomate irgendwo wild gewachsen?

Wir wünschen Dir einen schönen Tag.

Viele liebe Grüße

Loretta und Wolfgang

Loretta Nießen

Loretta: Fotos

Wolfgang Nießen

Wolfgang: Text

Schau doch mal hier rein

20 Comments

  1. Lecker sieht es aus und selbst gemacht ist immer noch das Beste.
    Ich nehme mir mal eine Tomate und fahr jetzt zum Einkaufen nach Hochdorf, da hat es eine Tomatenzucht mit sehr guten Tomaten.
    Habs fein und liebe Grüße Eva

  2. Liebe Loretta, lieber Wolfgang,
    Vielleicht war es kein gefrässiges Insekt, sondern ein größeres Tier, dass sich gärtnerisch betätigt hat? Man möchte doch manchmal wissen, was nachts so im Garten los ist, oder?
    Ich habe mit meinen Tomaten bisher nicht so viel Glück gehabt. Jedes Jahr habe ich ein anderes Problem. Ich werde aber nicht aufgeben, sondern es als Lehrgeld betrachten.
    Habt ein schönes Wochenende!
    Liebe Grüße
    Steffi

  3. Liebe Loretta, lieber Wolfgang
    Tomaten, da kann ich dieses Jahr mithalten. Auf dem Genussbalkon gedeihen die dunklen Cherrytomaten der Sorte Black Cherry. Sie sind nicht wirklich schwarz sondern einfach dunkelrot und schmecken wunderbar nach Tomaten.
    Bestimmt wurden die kleinen feinen Tomatensträucher weggefressen, naja es scheint gemundet zu haben.
    Euch ein frohes Wochenende und liebe Grüessli
    Eda

  4. Ach wie schön, euer Post über das leckerste Gemüse der Welt! Wir haben den Anbau aufgegeben in jenen Zeiten, als wir noch im Regenloch Köln wohnten ( dass wir jetzt im Sahel OHNE umzuziehen hausen, hätten wir nie gedacht ). Aber ich habe die Möglichkeit in fünf Minuten Entfernung mir die wunderbarsten Sorten aus der Eifel bei einem Stand zu kaufen und jeden Morgen zu verfrühstücken, herrlich! Eure heimlichen Keimlinge-Verputzer kann ich mir auch nicht erklären 😂
    Weiterhin eine erfreuliche Ernte wünscht euch
    Astrid

  5. Hallo Loretta & Wolfgang!
    Das ist ein hübscher post und auch schon ziemlich ungewöhnlich mit den Zinkwannen und dem Bachlauf. Das erinnert mich aber daran, dass ich tatsächlich mal an der Nidda, an einer Stelle, an der wohl auch gepicknict wurde, mal Tomatenpflänzchen entdeckt habe. Bei mir ist es der erste Sommer ohne Tomaten. Unser Hochbeet hat sich dort, wo es steht, nicht als sonderlich günstig für Gemüse herausgestellt. Jetzt blühen dort Sonnenblumen und anderes. Aber die Idee mit den Zinkwannen ist gut. Ich habe auch immer noch ein paar alte rumstehen.
    Ich wünsche euch ein schönes Wochenende.
    Herzliche Grüße – Elke (Mainzauber)

  6. hier wachsen jedes jahr tomatenpflänzen irgendwo in den beeten – sie kommen mit der komposterde, offensichtlich haben auch faule tomaten keimfähige samen……
    aber ist es immer noch zu feucht und schattig für tomaten. ich habe beschlossen, sie in grosse töpfe zu pflanzen nächstes jahr, die kann ich dann den letzten sonnenflecken hinterhertragen bzw. im kühlen frühsommer auf den schwarzen deckeln der kläranlage platzieren. hat diesjahr mit 3 übrigen pflanzen schon ganz gut geklappt. grosse hässliche plastetöpfe haben wir bei der gartenräumung im frühjahr abgestaubt.
    lasst euch eure tomaten schmecken – und euer weekend auch 😀 xxxx

  7. Wir haben das Glück, dass in unserer Nachbarschaft Italiener wohnen deren Eltern wieder ins Heimaltland zogen und uns immer im Frühling Setzlinge die in der Sizilianischen Sonne gezogen wurden bringen. Zinkwannen eignen sich sehr gut für Tomaten da sie die Wärme gut leiten.
    L G Pia

  8. Tomaten – sind der Genuss meines Jüngsten. Er hatte sie sogar in diesem Jahr vorgezogen. Leider erfolglos. Sie wollen einfach nicht.. liebe Grüße, Nicole

  9. Die Tomaten sehen gut aus. Sie schmecken gut, denke ich.
    Ich möchte sie auch nächstes Jahr im Gemüsegarten haben.

    Ein schönes Wochenende wünsche ich ihnen,
    Hilly

  10. Tina von Tinaspinkfriday

    Eir haben in diesem Jahr rosa Tomaten. Ewig haben wir gewartet bis sie rot werden….ähm… ja. Sie sind außen Rosa, innen Rot. 😂
    Wünsche ein wunderschönes Wochenende, liebe Grüße Tina

  11. Hallo Loretta und Wolfgang,
    ich wollte euch einfach mal sagen, dass ihr einen wirklich tollen Blog hier aufgebaut habt! Sehr sehr informativ und toll gestaltet.
    Die Tomaten sind dieses Jahr nicht so gut geworden, aber dafür sicherlich nächstes umso schöner.
    Liebe Grüße
    Janina

  12. wer eure zarten pflänzchen aufgefuttert hat, möchte ich aber gern mal wissen! wir haben bei so etwas immer die mäuse in verdacht ;)! zinkwannen sind immer attraktive behältnisse für pflanzen und auch eure tomaten fühlen sich offentsichtlich wohl darin! ich hatte leider noch nie glück mit diesem fruchtgemüse, versuche es jedes jahr mal wieder. aber entweder bekommen sie diese flecken oder sie sind – wie dieses jahr (von geschenkten pflanzen und trotz düngung) einfach mickrig. schade! sehr nett finde ich das pflänzchen im bachlauf. bei uns kommen sie wild gelegentlich mal am am kompost vor, haben aber nie getragen.
    liebe sonntagsgrüße
    mano

  13. Lieber Wolfgang,

    was für ein schöner Tomatenpost und sie in Zinkwannen zu pflanzen ist eine tolle Idee. Und die einzelne Tomate im Bachlauf ist ja der Hit.

    Ja Tomaten sind wahre Säufer, aber sie mögen das Wasser nur von unten und nicht von oben, lasst sie Euch schmecken und genießt die Ernte.

    Herzliche Grüße
    von Anke

    Ps.: Hast Du unsere Tomaten schon entdeckt ? Ich könnte sie auch nochmal verlinken, wenn es für Dich ok ist, passt diese Woche ja perfekt zu Eurem Thema …

    1. Liebe Anke,
      die kannst Du gerne verlinken. Passt doch sehr gut.

      Viele liebe Grüße
      Wolfgang

  14. Guten Morgen,
    klasse was aus den kleinen Sämlingen an großen Pflanzen geworden ist…besonders schön finde ich ja euer eigenwilliges Tomatenpflänzchen. 🙂 Vielleicht sollte ich es auch mal im nächsten Jahr damit versuchen, doch würde ich mir die Pflanzen schon in einer bestimmten Größe kaufen. Hier gibt es einen Händler, der alte Tomatensorten kultiviert und Zinkwannen hätte ich schon dafür.
    Lieben Gruß und danke für den Gedankenanschubser – habt einen feinen Sonntag, Marita

  15. Liebe Loretta, lieber Wolfgang
    ich habe auch jedes Jahr Tomaten im Garten. Allerdings pflanze ich nur die kleinen Kirschtomaten an. In diesem Jahr habe ich auch eine riesige Ernte. Sowohl im Gewächshaus als auch im Freien wachsen sie wunderbar. In diesem Jahr habe ich auch eine Tomatenpflanze neben einem Rosenstrauch entdeckt. Da habe ich mich auch gefragt, wo sie herkommt. Vielen Dank für die interessanten Ausführungen zur Tomate.
    Viele liebe Grüße von Doris

  16. Sehr schön. Ich liebe selbst gezogene Tomaten – sie haben einen ganz besonderen Geschmack, den man mit gekuaften nicht vergleichen kann.

  17. Lieber (der Aztekensprache mächtiger) Wolfgang, liebe (schöne Fotos erzeugende) Loretta, ich freue mich mit euch über eure gute Ernte! Auch hier konnte ich ein paar der feinen Fruchtgemüse-Beeren ernten – die bei uns ja Paradeiser heißen, was von Paradiesapfel kommt >>> https://www.wissen.de/wortherkunft/paradiesapfel
    Einige wenige hängen noch und reifen langsam vor sich hin. Es war hier aber kein besonders gutes Tomatenjahr, und was Paprika betrifft, reifte keine einzige – weil es einfach zu verregnet und zu selten sonnig war… Ja, so kann’s gehen, in einem Land zu viel, im Nachbarland zu wenig von etwas… Aus diesem Grund kann ich euch allerdings auch für euer Linkup eine Collage mit üppiger Blütenpracht bieten und es ist nach wie vor sehr grün in unserem Garten (obwohl sich die vielen, vielen Nacktschnecken heuer wirklich redlich bemüht haben, weite Teile unseres Gartens aufzufressen – leider auch viele Erdbeeren…)
    Aber wir alle müssen’s sowieso so nehmen, wie es kommt und können höchtens versuchen, unseren Beitrag zu leisten, dass es für zukünftige Generationen nicht noch viel schlimmer wird…
    Kommt gut in den September!
    Alles Liebe,
    Traude
    https://rostrose.blogspot.com/2020/08/aufregender-august.html

  18. Unsere Tomaten beschenken uns auch mit reichlich Früchten. Wenn auch die Nächte warm sind, reifen sie besonders gut.
    In China hat man uns Tomaten mit Zucker bestreut als Nachtisch serviert und ich habe ein leckeres Rezept für Tomatenkonfitüre. Es geht also auch süß.
    Liebe Grße
    Heike

  19. Lovely post.It would be my pleasure if you join my link up party related to Gardening here at http://jaipurgardening.blogspot.com/2020/08/garden-affair-love-for-caladiums.html

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