Landleben, der Bus

Das Leben auf dem Land ist nicht immer so ein­fach. Der ÖPNV ist eines der Übel, mit denen man sich auf dem Land arran­gie­ren muss. ÖPNV ist viel­leicht auch etwas zu hoch­tra­bend, denn hier gibt es nur den Bus, und sonst nichts. 

Hin und wie­der fin­det man noch Reste einer Eisen­bahn, die irgend­wann ein­mal auch hier ver­kehr­te. Alte Bahn­hö­fe und hier und da ein Denk­mal und ein Muse­um, das ein paar Enthu­sia­sten auf­ge­baut haben, erin­nern noch an die­se Mobilität.

Der Bus

Will man kein Auto benutz­ten bleibt nur der Bus. Und der fährt sel­ten, braucht sehr lan­ge, weil er über jedes Kaff fährt, und ist auch noch teu­er. Mit dem Auto brau­che ich bis zur Arbeit 25 Minu­ten. Mit dem Bus, rei­ne Fahr­zeit, 90 Minu­ten. Natür­lich muss ich auch noch umstei­gen und ein Stück des Weges zu Fuß gehen. Alles zusam­men ver­ge­hen kaum zwei Stun­den und schon bin ich auf der Arbeit. Hin und zurück also rund vier Stunden. 

Der Bus fährt in jedes Dorf.

Ein­kau­fen mit dem Bus kommt gleich nach den Kata­stro­phen, die das Poten­ti­al haben, gan­ze Land­stri­che zu ver­wü­sten. Man braucht unend­lich viel Zeit, muss sei­ne Ein­käu­fe die gan­ze Zeit mit­schlep­pen und kommt völ­lig fer­tig irgend­wann wie­der nach Hau­se. Der Gedan­ke ans näch­ste Ein­kau­fen, wird hart­näckig ver­drängt. Das ist bes­ser, sonst bil­det man irgend­wann Pho­bien aus. Wer einer Arbeit nach­geht, kann nur Sams­tags ein­kau­fen, nach Fei­er­abend ist ein­fach nicht genug Zeit. Zwar gibt es auch hier Geschäf­te, die bis 22:00 Uhr geöff­net haben, aber dann fährt schon lan­ge kein Bus mehr.

Mit dem Bus zur Schule

Unser Sohn benutzt immer den Bus, um in die Schu­le zu fah­ren, die aber in NRW (Nord­rhein­west­fa­len) liegt. Der Bus muss also eine Lan­des­gren­ze über­fah­ren, da wir in RP (Rhein­land­pfalz) woh­nen. Bis jetzt war die­se Gren­ze nie ein Problem.

Mor­gens müs­sen wir so früh auf­ste­hen, dass allei­ne der Gedan­ke dar­an Depres­sio­nen aus­lö­sen kann. Die­ser Gefahr muss man sich aber stel­len, sonst ist der Bus weg. Um 6:30 Uhr muss er das Haus ver­las­sen, sonst ist der Bus auch weg. Trö­deln ist also nicht, und da Kin­der das Ler­nen müs­sen, gibt es früh mor­gens schon die ersten Pro­ble­me, bis der Lern­pro­zess irgend­wann abge­schlos­sen ist.

Und Nach­mit­tags, wenn die Schu­le schließt, holen vie­le Eltern die Kin­der ent­we­der direkt an der Schu­le ab, oder an einer bestimm­ten Bus­hal­te­stel­le, damit der Nach­wuchs nicht so viel Zeit im Bus ver­brin­gen müs­sen. Unser Sohn ist dann nach der Ganz­tags­schu­le gegen 17:30 oder manch­mal auch erst um 18:00 Uhr wie­der zu Hau­se, wenn er nicht abge­holt wird.

Bis jetzt muss­ten die Kin­der wenig­stens nicht umstei­gen, aber das hat man in die­sem Jahr, war­um auch immer, geändert:

An der Halt­stel­le Ober­wind­ha­gen Bür­ger­zen­trum ist auf der Linie 562 künf­tig ein Umstieg zur Wei­ter­fahrt von Uckerath nach Asbach und umge­kehrt erforderlich.

rsvg

Die Bus­se fah­ren jetzt anschei­nend nur noch bis zur Gren­ze von NRW RP. Mit die­ser Neu­re­ge­lung wird der Bus als Ver­kehrs­mit­tel wie­der ein Stück unat­trak­ti­ver. Was kommt danach? Grenzkontrollen?

Kein Mensch fährt hier frei­wil­lig mit dem Bus.

Die Strassen

Vie­le Stra­ssen zwi­schen den Dör­fern sehen so aus, wie auf dem Bild. Wenn sich zwei PKW ent­ge­gen kom­men, muss einer schon auf den Rand­strei­fen aus­wei­chen. Die­ser Rand­strei­fen ist nicht befe­stigt. Man muss schon ein wenig auf­pas­sen, dass man an der rich­ti­gen Stel­le Platz macht. Und man darf auch nicht zu weit aus­wei­chen, sonst lan­det man im Gra­ben. Dass hier mal ein Bus einem ande­ren Platz machen soll, kann ich mir kaum vor­stel­len. So sel­ten, wie der Bus jetzt fährt ist das kein Pro­blem, wenn aber mal viel mehr Bus­se fah­ren sollten…

Und dann gibt es auch die Fah­rer, die mit ihrem Auto par­tout nicht in den Dreck wol­len, und ein­fach auf der Stra­sse bleiben…

Die Strasse zum nächsten Dorf. Hier muss der Bus durch.

Fahrrad?

Gute Idee. Wür­de ich ger­ne tun. Wahr­schein­lich wäre ich sogar schnel­ler auf der Arbeit als mit dem Bus. Die Strecke geht teil­wei­se berg­ab und da kann man rol­len las­sen. Nur den Berg rauf, wenn ich den über­haupt schaf­fe, dau­ert wesent­lich län­ger. Außer­dem käme ich teil­wei­se völ­lig durch­nässt auf der Arbeit an. 

Oder mit dem Fahr­rad für eine Fami­lie ein­kau­fen? Das wür­de nur mit einem Anhän­ger funk­tio­nie­ren. Mit einem voll gepack­ten Anhän­ger den Berg run­ter? Da braucht man gute Brem­sen. Der Anhän­ger schiebt das Rad. Und auf der ande­ren Sei­te muss man den Berg ja auch wie­der irgend­wie hoch.

Ich fah­re sehr ger­ne mit den Rad und man kann hier auch inter­es­san­te Din­ge ent­decken. Aber hier ist es unmög­lich, ganz auf das Rad umzusteigen. 

Abhilfe

Die Gemein­de hat erkannt, dass der ÖPNV den Namen nicht ver­dient und ver­sucht, die Situa­ti­on zu ver­bes­sern. So gibt es jetzt einen Bür­ger­bus Die­ser Bus fährt an drei Tagen in der Woche und bringt einen über­all hin. Die Fah­rer arbei­ten ehren­amt­lich und der Bus ist kosten­los. Natür­lich muss man sei­ne gewünsch­ten Fahr­ten vor­her anmel­den und hof­fen, dass der Bus nicht schon aus­ge­bucht ist.

Jugend Taxi-Card

Für Jugend­li­che zwi­schen 16 und 21 gibt es eine Taxi­k­ar­te, die es den Jugend­li­chen erlaubt, für den hal­ben Preis zu fah­ren. Natür­lich kann man nicht nach Lust und Lau­ne rum­dü­sen, son­dern muss sich schon an gewis­se Bedin­gun­gen hal­ten: Jugend Taxi-Card.

Das sind natür­lich gute Ange­bo­te, die auch helfen. 

Aber die ÖVPN ist hier bei uns kei­ne Alter­na­ti­ve und anstatt die Fah­re­rei mit dem Bus erträg­li­cher zu gestall­ten, wird es jetzt auch noch unan­ge­neh­mer, da der Bus ja nur noch bis zur Lan­des­gren­ze fährt, da muss man dann in den jewei­li­gen Bus des ande­ren Lan­des umstei­gen. Und das in Zei­ten, wo über­all CO2 gespart wer­den soll. Eigent­lich unglaublich.

Vie­le lie­be Grüße

Loret­ta und Wolfgang

Loretta Nießen

Loret­ta: Fotos

Wolfgang Nießen

Wolf­gang: Text

Schau doch mal hier rein

26 Comments

  1. Lie­ber Wolfgang,
    ja, kaputt­ge­spart wur­de all das. Da ver­ste­he ich Dich, dass der Bus kei­ne wirk­lich Alter­na­ti­ve ist. Und dann auch noch teu­er. Dass zudem so vie­le klei­ne Bahn­hö­fe still­ge­legt wur­den, das tut einem in der See­le weh. Alles wur­de rund um König Auto erdacht. Viel­leicht gibt es ja doch noch ein Umden­ken… und dann ist der Öffi auch bei euch eine Alternative.
    Habt ihr die Mög­lich­keit von Fahr­ge­mein­schaf­ten? Bei jedem Ein­kauf wür­det ihr ja dann ein Auto ein­spa­ren… sozusagen 😉
    Ach, wenn sich nur end­lich ´was tut, bei uns stinkt´s gewal­tig, die Luft wird immer noch schlech­ter… seufz. Und vie­le davon sind Spaß­fah­rer, die nur ihre Luxus­protz­kar­ren Gas­si fah­ren wol­len. Gan­ze Kon­voys manch­mal. Die Kin­der hier in der Kita neben­an, die tun mir so Leid, die atmen den Dreck der Luxus­li­ner direkt ein. Manch­mal möch­te ich dann schon was schmei­ssen, vor allem, wenn dann noch einer mit lau­fen­dem Motor dort in zwei­ter Rei­he parkt, um mit wich­ti­ger Mine auf sei­nem Han­dy herumzudrücken…
    Ja, hof­fent­lich tut sich ´was, und hof­fent­lich bekommt auch ihr eine ordent­li­che Anbin­dung, denn mit ´nem E‑Car wäre ja nun auch wirk­lich kei­ne Lösung geschaf­fen, wie sie das immer so schön ver­kau­fen wollen.
    Alles Lie­be, passt gut auf euch auf, Dei­ne Méa

  2. Das erin­nert mich an Zei­ten mei­ner Kind­heit in denen nur 3x täg­lich ein Bus nach Eus­kir­chen fuhr. Da kann man wirk­lich nur rund­um dank­bar sein, dass jetzt im 20 Minu­ten­takt ein Bus fährt. Aber mit dem Wochen­ein­kauf in den Bus…das geht gar nicht, da bräch­te ich wenig­stens noch 8–10 Per­so­nen die tra­gen hel­fen. Aller­dings hat der hohe Takt auch sei­nen Preis, der im wei­ten Umkreis wohl ein­ma­lig hoch ist, selbst in Köln fährt man mit Bus und Tram billiger.

    Trotz­dem soll­tet ihr euer Land­le­ben genießen…ich wür­de es nie­mals gegen die Stadt eintauschen.

    Lie­be Grüße
    Arti

  3. Guten Mor­gen ihr Beiden,
    da sind wir ja Brü­der im Gei­ste. Auch der Mon­schder und ich woh­nen „auf dem Land”. Zwar LANGE nicht so wie ihr, aber es reicht um sich mit ähn­li­chen Pro­ble­men rum­schla­gen zu dür­fen wir ihr. Über­all wird von Nach­hal­tig­keit und dem Ver­zicht auf den eige­nen PKW gespro­chen: Schon mal das Gesicht eines Bus­fah­rers gese­hen, wenn man mit zwei Geträn­ke­kä­sten ein­stei­gen und mit­fah­ren will? Davon abge­se­hen, dass die näch­ste Bus­hal­te­stel­le ca. 15 Minu­ten zu Fuß ent­fernt ist und der Bus nur ca. alle andert­halb Stun­den fährt. Für eine S‑Bahn Anbin­dung sind wir viel zu klein, abso­lut zu unwich­tig und überhaupt.
    Einen Bür­ger­bus haben wir auch seit ca. 3 Mona­ten. Die erste Fahrt ist mor­gens gg halb zehn.…. Und mit dem Fahr­rad zur Arbeit? Gin­ge. Zumin­dest bei mir. Noch bis April. Dann wird die Strecke kom­plett geschlos­sen. Für alle Ver­kehrs­teil­neh­mer. Die Bahn baut an S21… Und als Emp­fangs­mit­ar­bei­te­rin mor­gens die Schweiß­flecken auf der Blu­se ‑na, ich weiß nicht…
    Ich bin mir bewusst, dass jeder Ver­kehrs­mit­tel-Anbie­ter Geld ver­die­nen will und dass die Glei­chung lau­tet: mehr Teil­neh­mer = mehr Geld = mehr Ange­bot. Aber dass man die länd­li­chen Gegen­den so ganz abhängt ist auch nicht in Ordnung.
    Ach ja — mot­zen nützt nichts. Man muss es mit Humor neh­men und sich ein­fach ein gelän­de­gän­gi­ges Auto kau­fen. Dann wird das schon *lach*.
    Lie­be Grü­ße und eine schö­ne Woche,
    Krümel

  4. Ja, so ist es hier auch. Außer dem Schul­bus fährt hier nichts und ohne Auto ist man auf­ge­schmis­sen. Da die Stra­ßen auch nicht mehr im besten Zustand sind, wäre ein Gelän­de­wa­gen die beste Wahl. Mein Sohn lebt in der Stadt und braucht kein Auto. Wenn er uns besu­chen will, müs­sen wir fah­ren und ihn am Bahn­hof abholen.
    Lie­be Grüße
    Heike

  5. Lie­be Loret­ta, lie­ber Wolfgang,
    das ist ja mal ein Bericht, voll aus dem Leben gegriffen.
    Für die Groß­städ­ter gibt es so etwas heu­te nicht mehr. Das wird ein­fach weg gelä­chelt, gell.
    Du soll­test das wirk­lich per Leser­brief oder so mal veröffentlichen.…
    lie­be Dienstagsgrüße
    moni

  6. Lie­ber Wolf­gang, ich ver­ste­he dei­nen Ärger vollkommen.Als über­zeug­ter Deutsch­land­ur­lau­ber habe ich die­ses Pro­blem schon an eini­gen Urlaubs­or­ten ken­nen­ge­lernt. Ich ste­he im Urlaub ungern um 6:00 auf um den Bus um 7:30 zu bekom­men. Also nut­zen auch wir das Auto für unse­re Ausflüge.
    Lie­be Grüße!

  7. oh jaa..
    voll aus dem Leben gegriffen
    selbst hier gibt es Probleme
    owohl wir 2 Bus­abie­ter (Stadt und Bahn ) haben und die Bahn in greif­ba­rer Nähe
    aber gera­de wur­de der Fahr­plan umgestaltet
    er soll­te bes­ser anbinden..
    ok.. er fährt jetzt auch wei­te­re Orts­tei­le an
    aber ich habe jetzt schon von etli­chen Leu­ten gehört
    dass er z.B. erst am Bahn­hof ist wenn der Anschluss­zug schon weg ist
    und abends auch nicht mehr so fährt wie bisher
    Leu­te vom Alten­heim (Hal­te­stel­le vor der Tür) beschwe­ren sich dass sie nicht mehr in die Stadt kommen
    da wur­de wohl auch gestrichen..
    ok.. der Bus­be­trieb für die Stadt macht jedes Jahr über 1 Mil­li­on miese
    aber so gehts ja auch nicht ..

    lie­be Grüße
    Rosi

  8. Lie­ber Wolf­gang, mach­mal ist es nicht zu begrei­fen. Auch bei uns, aber nicht auf dem Land son­dern Stadt, ist es ähn­lich. Die Pla­ner pla­nen alles sehr selt­sam. Klar sie sind wahr­schein­lich die Strecken nie gefah­ren. Bei Sarah ist es gen­aus. Min­de­stens 90 Minu­ten mit Lau­fen und umstei­gen für 25 Minu­ten Auto­fahrt von Mann­heim nach Hei­del­berg. Selbst wenn man in den angren­zen­den Stad­teil möch­te muss man, im Gegen­satz zu frü­her, jetzt umstei­gen. Da wur­de mal wie­der umstruk­tu­riert. Und rate mal wel­cher Bus gra­de weg ist und man 20 Minu­ten war­ten muss, wenn man mit dem ande­ren Bus ankommt 🙁
    Also hier Auto in 5 Minu­ten gegen Bus 35–40 Minuten.
    Lie­be Grü­ße Tina

  9. Hal­lo lie­be Loret­ta, lie­ber Wolfgang,
    Ihr hät­tet mich jetzt mal sehen sol­len wie ich Euren Bei­trag gele­sen habe.… stän­dig schmun­zelt und stän­dig nickend 😁
    Ich lebe auch auf dem Land mit ca. 350 Ein­woh­ner. Bei uns fährt nur zwei­mal am Tag der Bus… das ist der Schul­bus und in den Feri­en fährt gar kein Bus.
    Mit dem Rad fah­ren kann man nur wenn man gut trai­niert ist. Wir leben zwar auf dem fla­chen Land, aber so flach ist es bei uns nun doch nicht.
    Und sehr kur­ven­reich ist unse­re Gegend auch, genau wie auf Dei­nem Bild *g* Wenn man einen Trecker vor sich hat und der Bau­er stur ist und nicht zur Sei­te fährt, kann es schon mal pas­sie­ren das man ca. 3 km lang­sam hin­ter ihm her fah­ren muss bis man über­ho­len kann.
    Wir haben auch seit ca. einem Jahr einen Bürgerbus.
    Wenn man aufs Land zieht soll­te man sich vor­her über­le­gen wie man zur Arbeit kommt. Hier hat jede Fami­lie zwei Autos, denn ohne ist man aufgeschmissen.
    Als ich noch in Ham­burg gear­bei­tet hat­te muss­te ich ca. 60 km fah­ren und zuletzt bis nach Lübeck ca. 35 km. Bei nor­ma­lem Ver­kehr brauch­te ich bis HH ca. 45 min und bis HL ca. 30 min. Ich hab ein­mal bei leich­ten Schnee­fall nach HL ca. 2 Stun­den gebraucht… das hat ganz schön geschlaucht.
    Aber trotz allem möch­te ich nie und nim­mer mit der Groß­stadt tau­schen… ich lebe gern auf dem Land.

    Das mit der Jugend-Taxi-Card fin­de ich eine super Idee. 

    Lie­be Grüße
    Biggi

    1. Lie­be Biggi,
      ich lebe auch ger­ne auf dem Land, auch wenn hier der ÖPNV nicht so gut funk­tio­niert, dafür hat man aber ande­re Vor­tei­le, z.B. die fri­sche Luft oder die Ruhe.

      Vie­le lie­be Grüße
      Wolfgang

  10. Susan­ne aus Wien hat­te ja mal eine Link­par­ty Stadt-Land aus­ge­lobt, die dann man­gels Teil­neh­mern ein­ge­schla­fen ist, da hät­te so ein Post gut rein gepasst. Die Kehr­sei­te hat man in der Stadt, zwar recht gut ver­sorgt mit Öffis und Ein­kaufs­mög­lich­kei­ten in der Nähe, aber fein­staub­be­la­stet bis zum Geht-Nicht-Mehr. Nur nach bald sech­zig Jah­ren in der Groß­stadt mag ich aber auch nicht mehr wechseln.
    Mei­ne Eltern haben das gemacht, und zu ihrem Lebens­en­de war es nur noch grau­sam. Der Vater ist auch noch viel zu lan­ge mit einem Auto, das zuletzt immer knapp durch den TÜV kam, zum Ein­kau­fen gefah­ren, eine Strecke, die von maut­flüch­ten­den LKWs benutzt wur­de, kur­ven­reich und unüber­sicht­lich. Kein Arzt­be­such, ohne dass man jeman­dem als Chauf­feur anheu­ern musste.
    Das haben wir alle einer Wachs­tums­po­li­tik zu ver­dan­ken, die immer nur ums Gol­de­ne Kalb „Auto” getanzt ist, und alles dar­auf abge­stimmt hat, als hät­te es die Ölkri­se in den 1970ern nie gege­ben. Und jetzt ist das System an allen Ecken und Enden marode…
    Ich hof­fe für euch, dass da mal nicht nur der Büro­kra­ti­us­bund die Schwar­ze Null herrscht.
    LG
    Astrid

  11. Guten Mor­gen,
    gestern mor­gen hat­te ich schon was geschrie­ben, aber da ging lei­der die Kom­men­tar­funk­ti­on nicht.
    Soviel mag ich heu­te nun nicht mehr schreiben.

    Du hast dir mit dei­nem Bericht schon auch Luft gemacht. Ich weiß ja nicht, wie groß das Dorf ist, in dem du wohnst.
    Unse­re Frau Klöck­ner war ja so begei­stert von den Land­kin­dern usw. usw., die durf­ten auch neu­lich zu Wort kom­men und
    hier kam dann auch die Spra­che auf den ÖPNV. Da sieht es genau­so aus, wie bei Euch. 

    Ich habe einen Kol­le­gen, der wohnt im Schwarz­wald auf der Baar, der hat es zum Boden­see näher, als nach Stutt­gart, aber
    das Haus war gün­stig und ist auch wun­der­bar. Aber — nicht böse sein — er hat gewußt, was tat.
    Er wuß­te, dass die Ver­kehrs­an­bin­dung schlecht ist, dass die Kin­der nach Obern­dorf auf das Gyna­si­um müs­sen usw. usw. und auch lan­ge auf den Bus war­ten müssen.
    So ist er dann bei Eis und Schnee mit dem Auto nach Ober­dorf gefah­ren und von dort mit dem IC nach Stutt­gart. Er war 4 — 5 Stun­den am Tag unterwegs.
    Er muß­te mor­gens um 5.00 Uhr dem Haus, um um 7.00 Uhr in Stutt­gart im Büro zu sein. Das hat er immer­hin 25 Jah­re durchgezogen.
    Das ist natür­lich kein Trost für dich und auch sehr schwer.
    Mit dem Fahr­rad zu fah­ren, wäre ja im Som­mer ein Mög­lich­keit, es gibt ja nun Pedel­ecs. Da gibt es sogar auch Zuschüs­se dafür, müß­te man sich mal erkundigen.
    Ich bin nur froh, dass wir hier so auf dem „Halb­land” woh­nen. Mit einer sehr guten Ver­kehrs­an­bin­dung und seit neue­stem fährt auch hier von oben sogar sonn­tags, — alle Stun­de ein Bus zum ca. 1 Kilo­me­ter ent­fern­ten Bahn­hof. Vie­le Leu­te nut­zen den Weg aber auch, um mor­gens schon einen klei­nen Weg zum machen um fri­sche Lust zu genießen.
    Wir haben hier gott­sei­dank S‑Bahnanschluß nach Stutt­gart bzw. Lud­wigs­burg. Die fährt alle 10 Minu­ten zur Haupt­ver­kehrs­zeit und spä­ter dann im 20 Minu­ten Takt.
    Es war für uns aber, als wir uns hier eine Woh­nung gekauft haben, auch wich­tig, trotz des Land­le­bens eine gute Infra­struk­tur zu haben.
    Was sich auch schon damals auf den Preis der Immo­bi­lie aus­ge­wirkt hat. 

    Für mich wäre es nie in Fra­ge gekom­men, z.B. in Cle­ver­sulz­bach ein Haus zu kau­fen, obwohl selbst hier inzwi­schen die Ver­kehrs­an­bin­dung nach Heil­bronn mit dem Bus nicht schlecht ist.
    Es dau­ert eben und das ist nun mal so, wenn man mit den Öffent­li­chen fährt, weil die ande­ren Leu­te in den Ort­schaf­ten auch mit­fah­ren wollen.
    Der Griff zum Auto bleibt wohl, was ist aber, wenn das aus irgend­wel­chen Grün­den nicht mehr geht?
    Land­le­ben ist sicher­lich schön, aber schön ist auch eine gute Verkehrsanbindung.
    Neu­lich habe ich sogar auch fest­ge­stellt, dass man von hier mit dem Zug nach Heil­bronn und dann wei­ter mit der S‑Bahn an die Wei­ter­treu nach Weins­berg kommt.
    Ganz ohne Auto , das dau­ert natür­lich man ist ca. 2 Stun­den unter­wegs und zahlt hin- und zurück so 20 Euro. 

    Lie­ben Gruß Eva, ich wün­sche dir, dass sich das alles bessert.

    1. Lie­be Eva,
      in Germscheid leben, geschätzt, cir­ca 200 Men­schen. Das ist nicht viel und eine bes­se­re Anbin­dung rech­net sich wohl nicht.
      An Pedel­ecs habe ich nicht gedacht, aber sie wären auch nur für Tage mit schö­nem Wet­ter eine Alter­na­ti­ve. Ich kann mir nicht vor­stel­len, bei jedem Wet­ter mit einem Zwei­rad zur Arbeit zu fahren.
      Was mich immer so auf­regt, sind die Ideen der Poli­tik, die durch­aus gut sind, die aber ande­rer­seits nicht unbe­dingt zur Lebens­wirk­lich­keit signi­fi­kan­ter Tei­le der Bevöl­ke­rung pas­sen. Was in der Stadt wun­der­bar, oder nur mit klei­nen Ein­schrän­kun­gen funk­tio­niert, kann auf dem Land eine ech­te Her­aus­for­de­rung sein.

      Vie­le lie­be Grüße
      Wolfgang

  12. Na, mal sehen ob es heu­te dann klappt 😉 So wie ich sehen kann scheint es wie­der zu funk­tio­ne­ren. somit per c+p:

    Das fin­de ich sehr trau­rig. Schon allein die Beför­de­rung von Schü­lern soll­te gesi­chert sein, zu huma­nen Zei­ten für die Schü­ler und auch so müss­te es gera­de in heu­ti­ger Zeit belohnt wer­den wenn die Men­schen auf die öffent­li­chen Ver­kehrs­mit­tel zurück­grei­fen. Da fragt man sich wirk­lich was in den Köp­fen vor­geht wenn es den Land­men­schen immer schwe­rer gemacht wird.

    Könnt sie ger­ne mal nach hier schicken 😉 Da klappt es her­vor­ra­gend, die Bus­se fah­ren bis in die Abend­stun­den regel­mä­ssig und es gibt sogar Bus­li­ni­en die einen mit nur weni­gen Stopps z.B. zur Uni­kli­nik oder Uni­ver­si­tät brin­gen. Zudem alles super über das Inter­net ein­seh­bar, auch die Zeit wann der Bus ankommt, man kann anklicken wenn man an Sta­ti­on X ein­stei­gen möch­te usw. Zudem immer Rabat­te, gera­de auch für Schü­ler oder Rent­ner. Selbst für Tou­ri­sten ist es eine tol­le Alter­na­ti­ve mit der Tit­sa die Insel zu erkunden.

    Lie­be Grüsse

    N☼va

    1. Lie­be Nova,
      das hört sich gut an. Mit solch einer Anbin­dung könn­te ich auch gut leben.

      Vie­le lie­be Grüße
      Wolfgang

  13. Genau des­we­gen woh­nen wir immer in Gemein­den, in denen es einen Bahn­hof und einen Super­markt gibt. Wir hat­ten noch nie ein Auto und ken­nen die Freu­den des ÖPNV daher zur Genüge.
    Die Fol­ge ist natür­lich, das man als Auto­ver­zich­ter *immer* so wohnt, dass alle moto­ri­sier­ten Ver­kehrs­teil­neh­mer einem direkt vor der Nase vor­bei­brum­men. Unse­re jet­zi­ge Woh­nung liegt an der Bun­des­stra­ße. Idyl­le pur!

    Lei­der sind unse­re lie­ben Regie­run­gen ja nicht in der Lage, auf Land­flucht und den über­quel­len­de Städ­te irgend­wie ange­mes­sen zu reagie­ren. Hier ster­ben gera­de in erschrecken­der Geschwin­dig­keit Dorflä­den und Gast­wirt­schaf­ten aus, womit man sich noch weni­ger ver­sor­gen kann auf dem Land. Gegen­maß­nah­men: keine.
    Vor ein paar Jahr­zehn­ten sah das noch ganz anders aus, da gab es mehr Eisen­bah­nen und dazu in jedem grö­ße­ren Dorf reich­lich Hand­werks­be­trie­be, Bäcker, Metz­ger, Schu­ster, Tisch­ler, Schnei­der, und Grund­schu­len natür­lich… alles weg. Dafür jetzt öfter Tat­too­stu­di­os und Fri­seu­re. Toll.

    Ich fah­re mit Bus und Bahn zur Arbeit. Den Rest (Ein­kau­fen etc.) mache ich zu Fuß und mit dem Rad. Solan­ge kei­ne Schnee oder Eis liegt, ist das schon eine gute Vari­an­te für mich. Gera­de im Schwarz­wald bleibt man so auch fit…
    Wenn die Ber­ge zu anstren­gend sind, gibt es jetzt ja auch E‑Bikes! 🙂

    LG
    Centi

    1. Lie­be Centi,
      so ganz ohne Auto fin­de ich toll. Mei­nen Respekt. Wenn es die­se gan­zen klei­nen Geschäf­te auf den Dör­fern noch gäbe, wäre so man­ches ein­fa­cher. Ich weiß, dass es hier auch mal einen Bäcker im Dorf gab, aber der hat schon vor über 20 Jah­ren geschlossen.

      Vie­le lie­be Grüße
      Wolfgang

  14. MOIN — ich lese euren Blog immer ger­ne, gera­de, da er auch immer wie­der wich­ti­ge The­men auf­greift. Wir leben im sog. Speck­gür­tel von HH und ken­nen auch das Pro­blem mit den Öffis. Im Dorf gibt es drei Hal­te­stel­len für den Schul­bus, der natür­lich nur zu den Schul­zei­ten fährt, am Wochen­en­de und in den Feri­en nie, in 20 min Fuß­mar­schent­fer­nung, wenn man noch eini­ger­ma­ßen im Trai­ning ist, fährt eine Bus­li­nie Rich­tung Bahn­an­bin­dung nach HH — zu den Haupt­pen­del­zei­ten mor­gens — anson­sten mitt­ler­wei­le immer­hin ca. alle 1 12 Stun­den, wie die Leu­te von der Arbeit wie­der nach Hau­se kom­men ?????? muss man sich eben anpas­sen, das man den pas­sen­den Zug für einen der Bus­se erwischt und der dann auch noch halb­wegs pünkt­lich ist, weil, der Bus war­tet natür­lich nicht auf ver­spä­te­te Züge. Schü­ler­be­för­de­rung hier im Land­kreis klappt aller­dings sehr gut, und seit wir seit eini­gen Jah­ren beim VV „ein­ge­mein­det” sind, dür­fen auch Nor­mal­sterb­li­che den Schul­bus nut­zen — ein­kaufs­tech­nisch für Vie­le eine wirk­li­che Ver­bes­se­rung .… solan­ge man nicht zu den Haupt­un­ter­richts­zei­ten unter­wegs ist. Des­halb haben hier auch alle Men­schen, die im Berufs­le­ben ste­hen, zwei Autos, die sie dann tags­über ins Park­haus stel­len. Mitt­ler­wei­le ste­hen hier sogar 3 Autos rum, da das „Kind” auch irgend­wie zum Bahn­hof und in die Uni muss. Anfangs haben wir es pro­biert, aber zwei Voll­zeit­men­schen und einen Stu­di logi­stisch selbst mit 2 Austos zu koor­di­nie­ren über­steigt die Mög­lich­kei­ten jeder Exel­ta­bel­le. DA soll­te sich die blon­de Frau Klöck­ner mal hin­ter­klem­men, wenn sie die jun­gen Men­schen auf dem Land hal­ten will. Die jun­gen Leu­te leben über­wie­gend sehr ger­ne hier, sie schät­zen die Gemein­schaft, die Nach­bar­schaf­ten und die Natur aber es nervt sie, für alles ent­we­der ewig fah­ren zu müs­sen oder jedes­mal einen Master­plan ent­wer­fen zu müs­sen, wer fährt oder wann man evtl. die Chan­ce auf eine Hin- UND eine Rück­fahrt hat. Frei­tags und sams­tags nachts gibt es hier „Dis­co­bus­se”, die von den Betrei­bern orga­ni­siert wer­den und die Jugend­li­chen für ein­heit­li­che 2,50 € sicher hin und wie­der zurück brin­gen. Seit­dem ist die Zal der schwe­ren Unfäl­le amn den Wochen­en­den fast auf Null gesun­ken. Aber, wie gesagt, hier müs­sen nicht nur wir, hier muss sich vor allem die Poli­tik vom Göt­zen Auto ver­ab­schie­den. Nicht mehr, son­dern weni­ger, und vor allem nicht noch brei­te­re Stra­ßen um die­sen PS- und SUV- Wahn­sinn auf natür­li­che Wei­se ein­zu­däm­men. Vie­len Dank für euren Bei­trag. LG Ursula

    1. Lie­be Ursula,
      Dis­co­bus­se fin­de ich eine tol­le Idee, und der Preis ist auch sehr mode­rat. Mein Nach­bar hat schon ein­mal für sei­nen Sohn ein Taxi bestellt, da er ihn selbst irgend­wann in der Nacht nicht mehr abho­len konn­te von der Dis­co. Er hat­te selbst getrun­ken. Der wäre sicher froh gewe­sen, wenn es bei uns auch einen sol­chen Bus geben würde.

      Vie­le lie­be Grüße
      Wolfgang

  15. Lie­ber Wolfgang,
    es gibt sie aber, die Men­schen, die jeden Tag, Win­ter, wie Som­mer, bei Regen und Wind mit dem Pedel­ec zur Arbeit fah­ren. Hier gibt es eini­ge, die jeden Tag
    ihre 40 bis 50 Kilo­me­ter zu Bosch, Por­sche oder Daim­ler nach Stutt­gart oder Schwie­ber­din­gen radeln. Das sind aber Men­schen, die kön­nen am Arbeitsplatz
    duschen, bzw. schlümp­fen in ihre Arbeits­klei­dung. Ich hät­te mir nie vor­stel­len kön­nen, mit dem Rad nach Stutt­gart zu fah­ren um dort in mei­ner Rad­ler­klei­dung und ver­schwitzt mei­ne Kun­den bera­ten zu kön­nen. Eine Dusche gab es hier nicht, da hast du schon recht.
    Ein Hoch an Cen­ti, das sie das alles ohne Auto schafft. Dau­men hoch!
    Ich habe zwar noch ein Auto, fah­re aber das mei­ste mit dem Rad oder lau­fe und fah­re selbst mit dem Zug in den Urlaub.
    Ein neu­es Auto wer­de ich mir wohl nicht mehr kau­fen, aber man soll nie nie sagen.
    Lie­be Grü­ße Eva

    1. Lie­be Eva,
      eine Dusche haben wir nicht im Büro, und ich kann da nicht völ­lig ver­schwitzt den gan­zen Tag über sit­zen. Da kann ich mei­nen Kol­le­gen schon nicht antun. Was die Kun­den dazu sagen wür­den, möch­te ich lie­ber nicht wissen.

      Vie­le lie­be Grüße
      Wolfgang

  16. erst­mal — gran­di­os geschrie­ben! soll­tet ihr genau­so an die lokal­zei­tung schicken!!
    und dann — es ist voll­kom­men unver­ständ­lich, wie in die­sen zei­ten am ÖPNV gespart wird. SO wird die luft sicher nicht bes­ser — bei die­sen bedin­gun­gen hat nie­mand lust aufs auto zu verzichten.…
    wobei — hier ist es gera­de­zu luxerös im gegen­satz zu eue­rer gegend: zwar sind die öffis auch reich­lich teu­er (im GGS zu ber­lin bspw.), aber die bus­se fah­ren noch ziem­lich oft und regel­mä­ssig — und es gibt noch eine rich­ti­ge eisen­bahn! fern­bahn­halt einen ort wei­ter, S‑bahn durchs gan­ze tal bis mei­ssen, sogar eine „fer­kel­ta­xe” (die­sel­trieb­wa­gen) bis weit ins tsche­chi­sche. und neben­strecken in die lau­sitz und ins erzgebirge.…
    und weil die super­märk­te am fluss lie­gen kann ich ohne gro­sse stei­gun­gen sogar mit dem rad hin­fah­ren — wenn das wet­ter nicht zu gar­stig ist und ich nicht einen gross­ein­kauf erle­di­gen muss.
    seid tap­fer! xxxx

  17. Traude "Rostrose"

    Hal­lo ihr Lieben!
    Auwei, ja, da ist tat­säch­lich eini­ges im Argen, vor allem, wenn man bedenkt, dass man aus Kli­ma­schutz­grün­den heut­zu­ta­ge ja eher auf Öffis umstei­gen SOLLTE und vie­le das auch WOLLEN. Aber nicht zu solch unat­trak­ti­ven Bedin­gun­gen. Ich woh­ne ja auch in der Pro­vinz und mir waren schon die Bedin­gun­gen hier zu unat­trak­tiv, obwohl wir hier immer­hin (neben dem Bus) auch eine Bahn haben, die unter der Woche stünd­lich fährt (wenn es nicht auf­grund von Regen, Schnee, Eis, Sturm­schä­den etc. zu Ver­zö­ge­run­gen kommt…) Etwas ähn­li­ches wie den Bür­ger­bus haben wir hier auch, aller­dings kostet der extra, was ich aber auch ver­ständ­lich fin­de. Drei­mal die Woche ist irgend­wie nur die hal­be Mie­te, fin­de ich. Unse­rer fährt täg­lich oder zumin­dest an allen Wochen­ta­gen, so genau weiß ich das nicht, denn ich habe ihn noch nie genützt, ich woh­ne sehr nah am Zen­trum. Im Ort kann ich gut mit dem Rad ein­kau­fen fah­ren, Groß­ein­käu­fe erle­di­gen wir mit dem Auto (halb­elek­trisch, also PlugIn-Hybrid, und damit auch nicht unum­strit­ten, aber naja, WAS ist heut­zu­ta­ge schon unum­strit­ten?) Für die ent­le­ge­ne­ren Orts­tei­le ist der Bus jeden­falls eine prak­ti­sche Sache, weil er Pend­ler und Schul­kin­der eben auch zur Bahn oder zur größ­ten Bus­sta­ti­on im Ort führt. Aber hier gibt es auch eini­ge Man­kos, z.B. dass kei­ne direk­te Anbin­dung an man­che nahe­ge­le­ge­ne Schul- und Arbeits­or­te statt­fin­det — man muss, um dort öffent­lich hin­zu­kom­men, den Umweg über Wien neh­men! Für socl­he The­men sind übri­gens die Fri­days for Future gut, denn nei den Pro­te­sten geht’s ja auch dar­um, dass Geld und poli­ti­sche Ener­gie nicht in den wei­te­ren Aus­bau von Stra­ßen, son­dern eben in den Aus­bau von öffent­li­chem Ver­kehr und siche­ren Rad­we­gen gesteckt wird. (Auf so’ner schma­len Stra­ße wür­de ich übri­gens auch nicht unbe­dingt radeln wol­len, ich glau­be, das ist lebensgefährlich…)
    Ganz herz­li­che rostro­si­ge Grü­ße nach mei­ner ver­län­ger­ten Blogpause!
    Traude

  18. Will­kom­men im Club! Wir woh­nen zwar nur ca. 15 Kilo­me­ter vom Bre­mer Markt­platz ent­fernt, der ÖPNV hat hier sei­nen Namen aber auch nicht ver­dient. Es gibt noch Eisen­bahn­schie­nen. Selbst, wenn sie nicht nur vom sel­te­nen Güter­ver­kehr oder der noch sel­te­ne­ren Muse­ums­bahn genützt wür­den, sie füh­ren ein­fach in die fal­sche Rich­tung, näm­lich nicht in die Groß­stadt Bre­men, wo ein Groß­teil der Bevöl­ke­rung tätig ist.
    Der Bus fährt am Sonn­tag gar nicht. Von Mon­tag bis Frei­tag hat man jetzt ver­suchs­wei­se die Abfahr­ten ver­dop­pelt, der Bus fährt jetzt in der Kern­zeit tat­säch­lich ein­mal die Stun­de. Lei­der braucht er durch eine aus­gie­bi­ge Orts­teil­run­de eben­so lan­ge, wie ich auf dem Rad nach Bre­men. Dann noch umstei­gen und wei­ter­fah­ren, wenig attrak­tiv. Abends nach 19 Uhr geht hier gar nichts mehr, Taxi heißt das Zau­ber­wort, ca. 45 bis 45 Euro ab Bre­men-Mit­te. Für die Schul­kin­der ist immer­hin noch ein regel­mä­ßi­ger Zubrin­ger zu den unter­schied­li­chen Schu­len vorgesehen.
    Und dann wun­dern sich die Poli­ti­ker, das nie­mand auf sein Auto ver­zich­ten mag?
    Lie­be Grüße
    Karen

  19. Das hört sich wirk­lich schreck­lich an. Das kommt davon, wenn man Jahr­zehn­te­lang nur auf den Indi­vi­du­al­ver­kehr mit dem eige­nen PKW setzt. Auto­in­du­strie sei Dank. Ja, da gäbe es wirk­lich aller­hand zu tun, den Öffent­li­chen Nah­ver­kehrt wie­der aus­zu­bau­en, nicht nur Bus­se, son­dern auch wie­der neue Bahn­strecken auf­zu­bau­en. Gemein­schafts­fahr­ten zu Groß­ein­käu­fen etc., Nach­bar­schafts­hil­fe… Da ist echt was zu tun.
    In unse­rem Kreis ist der Nah­ver­kehr mit dem Bus auch schier zusam­men­ge­bro­chen, jetzt muss der Land­kreis eingreifen…
    Lie­be Grüße
    Andrea

  20. lie­ber wolf­gang, dein bei­trag ist mir wirk­lich aus dem her­zen geschrie­ben. hier ist es näm­lich fast genau­so schlimm und der ÖPNV wur­de in den 25 jah­ren, seit­dem wir auf dem land woh­nen eher ver­schlech­tert als ver­bes­sert. es ist wirk­lich ein ein­zi­ges trau­er­spiel!! statt z.b. zwei bus­se ein­zu­set­zen, wur­den noch mehr dör­fer ange­fah­ren, sodass sich die fahr­zeit von frü­her 35 minu­ten auf jetzt 55 minu­ten ver­län­gert hat. dazu kommt noch dass mor­gens und mit­tags die bus­se von schü­lern prop­pen­voll sind und man als älte­rer mensch oft nicht mal einen sitz­platz bekommt. die bus­se sind oft alt und schlecht aus­ge­stat­tet, weil die gemein­den immer das bil­lig­ste ange­bot an bus­be­trie­ben neh­men müs­sen. für uns ist das gan­ze ein grund, uns fürs alter doch eher wie­der städ­tisch zu ori­en­tie­ren, denn ohne auto ist man hier wirk­lich hoff­nungs­los ver­lo­ren (ein­kaufs­mög­lich­kei­ten, ärz­te, apo­the­ke, dro­ge­rie, kul­tur­ange­bo­te etc etc.).
    lie­be grüße
    mano

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.