Stinkende Nieswurz

Helleborus foetidus

Die stin­ken­de Nies­wurz kommt mit ihrem latei­ni­schem Namen bes­ser weg als die Iris foetidis­si­ma. Foetidus heißt ja schon stin­kend, aber foetidis­si­ma ist der Super­la­tiv von foetidus. Schlim­mer geht es nicht mehr.

Also zei­gen wir Dir hier heu­te eine weni­ger stark stin­ken­de Pflan­ze aus der Fami­lie der Stinkpflanzen. 

Na gut, Stink­pflan­zen gibt es nicht, nur Stinktiere.

In Wahr­heit gehört die­se wun­der­vol­le Stau­de zur Fami­lie der Hah­nen­fuß­ge­wäch­se. Wir haben im Gar­ten auch noch ande­re Hellebo­rus.

Die stinkende Nieswurz in unserem Garten. Hier auf einem Bild aus 2017.

Die­ses Bild, auf dem die Stin­ken­de Nies­wurz zu sehen ist, ent­stand genau am 20. Janu­ar 2017. Vor genau drei Jah­ren hat­ten wir Schnee. Wenn ich dage­gen heu­te, am 20. Janu­ar 2020, aus dem Fen­ster schaue, dann sieht es wie Früh­ling aus. Und fühlt sich auch so an. 

Wo hält die stinkende Nieswurz sich gerne auf?

Sie bevor­zugt trocke­ne, gut durch­läs­si­ge Böden und mag es ger­ne son­nig bis halb­schat­tig. Sie ist bestens geeig­net für die Trocken­heit. Also genau die Bedin­gun­gen, die wir in den letz­ten Jah­ren lei­der ver­mehrt haben. Die hohen Tem­pe­ra­tu­ren im letz­ten Dür­re­som­mer haben ihr auch nichts ausgemacht.

Mit Stau­näs­se kommt die Nies­wurz übri­gens über­haupt nicht klar. Dar­über ist sie der­art unge­hal­ten, dass sie sogar vor lau­ter Ärger ein­geht. Manch­mal könn­te man auf die Idee kom­men, dass sie sich schwarz ärgert, aber das ist dann die Schwarzfleckenkrankheit.

Wir haben die stin­ken­de Nies­wurz gezielt an Stand­or­te gesetzt, die auch frü­her schon für ande­re Pflan­zen zu trocken waren, und dort gedeiht sie sehr gut.

Die stinkende Nieswurz in unserem Garten.

Wie pflegen wir diese Staude

Um es ganz kurz zu sagen: gar nicht. Wir las­sen die stin­ken­de Nies­wurz kom­plett in Ruhe, und das liegt nicht an ihrem Geruch. War­um die­se Nies­wurz eine Belei­di­gung für die Nase sein soll, wis­sen wir nicht. Uns ist sie noch nie durch irgend­wel­che Gerü­che aufgefallen.

Vermehrung

Die fin­det in unse­rem Gar­ten aus­schließ­lich durch Selbst­aus­saat statt. Wir haben noch nie ver­sucht, die Stau­de zu tei­len. Das war bis­her auch nicht nötig. 

Ursprüng­lich hat­te wir nur eine Pflan­ze. Wie man auf den Bil­dern sieht hat sie sich mitt­ler­wei­le sehr gut über den mit Erde gefüll­ten Stein­hau­fen aus­ge­brei­tet. Manch­mal sieht es sogar so aus, als wach­se sie regel­recht aus den Steinen.

Und obwohl die Pflan­ze nur zwei bis drei Jah­re über­dau­ert, sieht es doch so aus, als ob sie immer wei­ter leben wür­de. Durch die Selbst­aus­saat wach­sen stän­dig neue Pflan­zen nach, wenn ihnen denn der Stand­ort zusagt und sie nichts zu meckern haben.

Krankheiten

Die stin­ken­de Nies­wurz ist anfäl­lig für die soge­nann­te Schwarz­flecken­krank­heit. Dabei han­delt es sich um einen Pilz­be­fall der die Blät­ter schwarz wer­den lässt. Die­se haben wir auch schon bei unse­ren Pflan­zen gefun­den. Wir bekämp­fen die­se Krank­heit, indem wir die Blät­ter regel­mä­ßig abpflücken und nicht in den Kom­post geben, sonst ver­streut man den Pilz dann irgend­wann wie­der im Gar­ten. Also ab damit in die Tonne.

Vorteile der stinkenden Nieswurz

  • ver­trägt sehr gut Trockenheit.
  • fängt schon im Janu­ar mit der Blü­te an, wenn sonst noch nichts im Gar­ten blüht. (2020 ist das ja anders, bei uns blü­hen auch schon ein paar Schneeglöckchen.)
  • bringt Far­be in den win­ter­li­chen Gar­ten, da sie immer­grün ist.
Vor­sicht
Alle Tei­le die­ser Nies­wurz sind sehr gif­tig.

Irgend­ei­nen Nach­teil gibt es ja immer.

Wir wün­schen Dir einen schö­nen Tag.

Vie­le lie­be Grüße

Loret­ta und Wolfgang

Loretta Nießen

Loret­ta: Fotos

Wolfgang Nießen

Wolf­gang: Text

Schau doch mal hier rein

15 Comments

  1. Hal­lo Ihr Beiden,
    jaaa, die stin­ken­de Nies­wurz ken­ne ich auch, das Leu­dels­bach­tal ist voll davon. Aber, ich habe noch nie fest­ge­stellt, dass sie stinkt. 

    Im Leu­dels­bach­tal ver­mehrt sie sich zuneh­mend und ich freue mich schon dar­auf, wenn sie „blüht”, d.h. wenn sie die­sen roten Rand bekommt,
    da habe ich schon so tol­le Fotos gemacht. Ich hof­fe sie glücken mir die­ses Jahr wieder.
    Aber noch ist hier nichts von Früh­ling zu spüh­ren. Es ist frisch und ich ver­flüch­ti­ge mich jetzt zum ein­kau­fen und gucken.
    Hof­fe, dass ich heu­te mit­tag aufs Rad kann.
    Dei­ne Bil­der sind wie immer so schön getrofffen.
    Lie­ben Gruß Eva

  2. Lie­be Loret­ta, lie­ber Wolfgang,
    häss­li­cher Name für so eine inter­es­san­te Pflan­ze. Dan­ke für die span­nen­den Infos und die fei­nen Fotos.
    Schö­nen Sams­tag­abend und lie­be Grüße
    moni

    1. Ein schö­nes Por­trät der Pflan­ze — ich mag die Stin­ken­de Nies­wurz sehr, vor allem ihre Blü­te ist sehr schön.… LG

  3. Lie­be Loret­ta, lie­ber Wolfgang,
    viel­leicht habe ich sie auch im Gar­ten, jetzt bin ich gespannt ich hielt sie immer für eine Lenz Rose. Wer­de mal nach den Blü­ten sehen. Der Name kommt daher dass man in frü­he­ren Jahr­hun­der­ten aus der getrock­ne­ten Wur­zel Nies­pul­ver herstellt.
    Sie wur­de auch als Mit­tel gegen Läu­se ver­wen­det, sie hieß auch Läu­se­kraut. L.G. Helga

  4. Dasz Nies­wur­ze Hah­nen­fuszge­wäch­se sind… lese ich hier zum ersten Mal. — Aber kar doch, wenn man genau hinschaut!
    Aus­sa­mungs­freu­dig sind sie wohl alle, ob Hah­nen­fusz, stin­ken­de Nies­wurz, Christ-oder Lenz­ro­sen, deren Säm­lin­ge ich hier zuhauf wei­ter verschenke…
    Schnee­him­mel­grüsze aus dem Harz
    Mascha

  5. Guten Mor­gen Ihr Beiden!
    Ich ken­ne zwar auch Bil­der an son­ni­gen Ber­gen von ihr, aber bei mir ist sie bis jetzt in der pral­len Son­ne immer ein­ge­gan­gen oder schwä­chel­te so sehr, dass Läu­se sich auf ihr ansie­del­ten und sie nicht zur Saat­pro­duk­ti­on kam. Auch hat ihr so man­cher Spät­win­ter zuge­setzt, so dass von den unzäh­li­gen Pflan­zen, die wir bei uns im Gar­ten 1995 vor­fan­den, jetzt kaum noch wel­che da sind. Ledig­lich im jetzt von Brennes­seln über­wu­cher­ten Bein­well-Feld kann ich sie noch eini­ger­ma­ßen gut hal­ten. Also bei uns braucht sie wohl eher Halb­schat­ten und nicht zu trocke­nen Boden. Aber da spie­len wohl wirk­lich ganz vie­le Fak­to­ren mit …
    Gemüt­li­che Sonn­tags­grü­ße schickt Silke

  6. Lie­be Loret­ta und lie­ber Wolfgang,

    also ich fin­de den Namen ehr­lich gesagt ganz schreck­lich für so eine inter­es­san­te Pflan­ze, tol­le Vorstellung.

    Und zum The­ma Schnee, also letz­tes Jahr hat­ten wir Ende Janu­ar Schnee (https://ankesgartenparadies.blogspot.com/2019/02/endlich-schnee.html) , da habt Ihr doch bestimmt auch wel­chen gehabt, oder ? 

    Irgend­wie ver­mu­te ich, dass der rich­ti­ge Win­ter bei uns noch kommt, mal schau­en, was der Febru­ar so bringt.

    Einen schö­nen Sonntag
    wünscht Dir
    Anke

    Ps.: Ich habe übri­gens auch mei­ne „Süßen” bei Euch ver­linkt, wenn Ihr meint, dass es so gar nicht passt, dann sagt mir bit­te Bescheid, dann lösche ich den Link wieder …

    1. Lie­be Anke,
      es hat zwar bei uns ein­mal geschneit, aber der Schnee ist nicht lie­gen geblieben.
      Der Link ist in Ord­nung, ist ja eine Glücks­par­ty, und das Glück kann man über­all finden.

      Vie­le lie­be Grüße
      Wolfgang

  7. Jetzt hab ich sie immer noch nicht… ich muss mich unbe­dingt mal dar­um küm­mern. Ich fin­de sie näm­lich sehr hübsch!
    Vie­le Grü­ße von
    Margit

  8. Viel­leicht wür­de die Nies­wurz unter em Flie­der gedeihen?
    Das muss ich pro­bie­ren — wenn ich irgend­wo eine Pflan­ze bekommen
    Herzlichst
    yase

  9. Die Nies­wurz sieht inter­es­sant aus. Bei mir ver­mehrt sich gera­de eine ande­re. Mehr Platz für die­se Pflan­zen habe ich im Gar­ten lei­der nicht mehr. Wir wol­len dafür lie­ber mehr Ess­ba­res bzw. Heil­pflan­zen. Über mei­ne Kor­si­sche Nies­wurz bin ich jeden­falls sehr glück­lich. Sie blüht wun­der­schön und der Platz unterm Rei­ne­clau­den­baum scheint ihr mehr als gut zuzusagen.

    Lie­be Grü­ße und eine schö­ne neue Woche
    Sara

  10. ich fin­de es auch inter­es­sant etwas über den stin­ken­den (oder nicht stin­ken­den) Nies­wurz zu erfah­ren. Eine schö­ne Pflan­ze — und vor allem gefällt mir, dass man sie so in Ruhe wach­sen las­sen kann 🙂

    Herz­li­che Grü­ße von Heidi-Trollspecht

  11. Eine super inter­es­san­te Pflan­ze! Bei Euch im Gar­ten bin ich so gerne…!
    Dan­ke für Dei­nen Besuch und Kom­men­tar auf mei­nem Blog lie­ber Wolfgang!
    Ich bin ein biss­chen unbe­must und blog­faul , schon seit laän­ge­rer Zeit!
    Irgend­wie hab ich sehr vie­le ande­re Prio­ri­tä­ten derzeit.
    ..anson­sten ist aber hier alles palet­ti und es geht mir gut!
    Danke !
    Habt einen fei­nen Februar!!!
    Lie­be Grüße

    Susi

  12. Hal­lo,

    die stin­ken­de Nies­wurz haben wir geschenkt bekom­men und sie blüht immer sehr schön, wenn auch die grün­li­chen Blü­ten auf den ersten Blick gar nicht als Blü­ten zu erken­nen sind. 

    Bei uns wächst sie an einem drei­vier­tel-schat­ti­gen Platz. Da gefällt es ihr ausgezeichnet. 

    Zur Pfle­ge: Im Herbst gebe ich mit Kalk ver­misch­ten Kom­post unter die Nies­wurz (und auch unter die Lenz­ro­sen). Wir leben aller­dings in einem Gebiet mit sau­rem Aus­gangs­ge­stein. Viel­leicht habt ihr ja von Haus aus kalk­hal­ti­gen Boden und braucht des­halb nicht kal­ken, damit sie blüht. 

    Anson­sten war es das schon mit der Pflege.

    Vie­le Grüße
    Sonja

    1. Lie­be Sonja,
      wir machen tat­säch­lich gar nichts, kein Kom­post und auch kein Kalk. Ob der Boden kalk­hal­tig ist, wis­sen wir nicht. mög­lich ist das natürlich.
      Ich wün­sche Dir einen schö­nen Start in die neue Woche.

      Vie­le lie­be Grüße
      Wolfgang

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