Die gemeine Birke (Betula pendula)

Die­ser Baum fällt allei­ne schon durch sei­ne wei­ße Baum­rin­de sofort ins Auge. Neben der gemei­nen Bir­ke gibt es auch noch bis zu 100 ande­re Bir­ken­ar­ten. Die Bir­ke kann bis zu 28 Meter hoch wach­sen, also eher nicht für einen klei­nen Stadt­gar­ten geeig­net, zumal man ja auch immer diver­se Abstands­re­geln zum Nach­bar­grund­stück beach­ten muss. Der Stamm kann einen Durch­mes­ser von cir­ca 60 Zen­ti­me­tern errei­chen und man kann sich an die­sem Baum bei­na­he 130 Jah­re lang erfreu­en. Älter wird sie in der Regel nicht…

Weltenbaum

Die Bir­ke wird in der Mytho­lo­gie auch als Wel­ten­baum bezeich­net, da sie die ver­schie­de­nen Wel­ten mit­ein­an­der ver­bin­det. Die Wur­zeln ragen bis in die Unter­welt, der Stamm wächst in unse­rer Welt, und die Kro­ne der Bir­ken ragt bis in den Him­mel, bis in die Welt der Göt­ter.
Das trifft sicher auf alle Bäu­me zu, war­um dann nicht jeder Baum ein Wel­ten­baum ist, konn­ten wir lei­der nicht herausfinden.
Die gemeine Birke (Betula pendula)
Die gemei­ne Bir­ke (Betu­la pendula)

Die Bir­ke ist aber auch ein Baum, der seit Urzei­ten den Früh­ling sym­bo­li­siert, sie treibt als eine der ersten im Früh­jahr aus. Das Weiß der Rin­de hat übri­gens die Funk­ti­on, den Stamm vor all­zu viel Son­ne zu schüt­zen, die Son­nen­strah­len wer­den reflek­tiert und der Stamm heizt sich nicht auf. Anson­sten könn­te es durch die Hit­ze zu Ris­sen kommen.

Die Bir­ke und beson­ders auch ihre Rin­de wur­den viel­fäl­tig eingesetzt:

  • Bir­ken­rin­de wur­de frü­her auch als Ver­band in der Medi­zin genutzt.
  • Die Rin­de brennt sogar dann, wenn sie nass ist. Das liegt an dem hohen Gehalt an äthe­ri­schen Ölen.
  • Die Blät­ter der Bir­ke sind sogar ess­bar. Unglaub­lich oder? Hier gibt es dazu einen inter­es­san­ten Arti­kel. Und die Blät­ter sol­len auch die Gesund­heit för­dern, da sie neben Fla­vo­no­iden, Gerb­stof­fen und äthe­ri­schen Ölen auch Vit­amin C ent­hal­ten. Man kann sich mit Bir­ken­blät­tern durch­aus einen Tee aufkochen. 

Tee aus Birkenblättern

  • 2 EL fri­sche Bir­ken­blät­ter (alter­na­tiv 1 EL getrocknete)
  • 1 l kal­tes Wasser

Die Bir­ken­blät­ter in einen Topf geben und mit dem Was­ser über­gie­ßen. Lang­sam erwär­men, und das Was­ser bit­te nicht kochen las­sen. Danach soll­te der Tee zehn Minu­ten zie­hen. Vor dem Trin­ken nicht ver­ges­sen, die Blät­ter zu ent­fer­nen und den Tee anschlie­ßend über den Tag genießen.

  • Außer­dem kann die Rin­de als Bau­ma­te­ri­al und auch pri­ma zum Basteln benutzt wer­den. Wir haben schon mal Eier­be­cher gebastelt.
  • Die Rin­de wur­de auch zum Beschrei­ben genutzt, so wie wir heu­te Papier nutzen.
Die gemeine Birke (Betula pendula)

Bir­ken­zwei­ge dien­ten aber auch dazu, sich vor Unheil zu schüt­zen und sie soll­ten auch böse Krea­tu­ren fern hal­ten. Also kann es sicher nicht scha­den, immer eine Bir­ke im Gar­ten zu haben.

Die Bir­ke ist ein sehr viel­sei­ti­ger Baum und wir sind froh fünf Stück im Gar­ten zu haben. Neben all den tol­len Eigen­schaf­ten sorgt die Bir­ke aber auch, wie jeder ande­re Baum, für einen ange­neh­men, küh­len Schat­ten an all­zu hei­ßen Sommertagen.

Woher stammt eigentlich das Wort Birke?

Ver­mut­lich ver­dankt die Bir­ke ihrer wei­ßen Rin­de ihren Namen. Das Wort geht zurück auf ein Urwort, das soviel bedeu­tet wie glän­zend, strah­lend oder leuch­tend.
Aller­dings gibt es das auch noch eine Göt­tin der kel­ti­schen Mytho­lo­gie Bri­gid. Ihr Name wird auch als „die Hel­le“ oder „die Strah­len­de“ gedeu­tet. Und die Bir­ke, unser Baum, soll sei­nen Namen von ihr geerbt haben.

Zudem setzt man mit der wei­ßen Rin­de einen Farb­ak­zent im Gar­ten, kom­bi­niert mit immer­grü­nen oder win­ter­grü­nen Pflan­zen über­steht man so leich­ter die trü­be Zeit, die man frü­her ein­mal Win­ter nannte.

Vie­le lie­be Grüße

Loretta

Loret­ta: Fotos (soweit nicht anders gekennzeichnet)

Wolfgang Nießen

Wolf­gang: Text

22 Kommentare zu „Die gemeine Birke (Betula pendula)“

  1. Guten Mor­gen
    Loret­ta und Wolfgang, 

    ich mag die Bir­ke sehr und ich mag sie so sehr, dass ich die Würst­chen immer begrüß­te, denn ich muß stän­dig niesen.
    Mein Heu­schnup­fen plagt mich sehr. 

    Aber was solls, da muß man durch, Gemei­ne Bir­ke fin­de ich gar nicht so schön, aber gemein sind doch tat­säch­lich die­se Würstchen.
    Vie­len Dank für die Infor­ma­ti­on und die schö­nen Bilder. 

    Ganz lie­be Grü­ße Eva,
    die nach gleich nach Stutt­gart und wei­ter radeln wird.

  2. Lie­be Loretta,
    lie­ber Wolfgang,
    so oft habe ich schon gehört: „Bir­ken machen nur Dreck!” Wie schön, dass ihr hier ein Lob­lied auf die­se schö­nen Bäu­me singt, ich mag sie auch sehr. Vor mei­nem Eltern­haus stand eine gro­ße Bir­ke und ich moch­te es schon als Kind, wie der Wind die leich­ten her­ab­hän­gen­den Zwei­ge wieg­te. Und das Spiel von Licht und Schat­ten unter ihnen ist so schön!
    Ich wün­sche euch ein gemüt­li­ches Wochen­en­de, lie­be Grüße,
    Susanna

  3. Ja, Bir­ken schie­den die Gei­ster. Ich mag sie auch sehr und hab eine im Topf auf dem Bal­kon — aber die ver­liert nichts außer ihren Blät­tern im Herbst, und das macht ja nun jeder Laubbaum.
    Bir­ken im Gar­ten sind nicht jeder­manns Sache, was ich irgend­wie auch ver­ste­he. Trotz­dem wür­de *ich* per­sön­lich nie eine fäl­len las­sen, nur weil sie Blü­ten und Zwei­ge verliert.
    Als Wel­ten­baum ist mir die Bir­ke jetzt neu. Da ken­ne ich nur Ygg­dra­sil, die Weltenesche.
    LG
    Centi

  4. Schön sieht das aus. Ich mag Bir­ken — gera­de in der Mischung mit ande­ren Bäumen.
    In der Küche habe ich es aller­dings nur in Wod­ka ver­sucht, das war so ein nor­di­sches Rezept. Um eine ver­nünf­ti­ge Men­ge Blät­ter zu haben, ist man schon eine Wei­le beschäftigt.
    Vie­le Grü­ße + schö­nes Wochenende
    Ilka

  5. Die Bir­ke mag ich beson­ders ger­ne, die Rin­de und das hel­le Grün gefal­len mir. Beim Sohn in Schwe­den gibt es beson­ders vie­le. Ich fin­de, sie schaf­fen eine beson­de­re Stimmung.
    LG
    Magdalena

  6. Hal­lo ihr beiden,

    ich mag die Bir­ken sehr und sofort kommt mir wie­der das der drei wei­ßen Bir­ken in den Sinn. Sicher­lich kennt ihr es.
    Bei uns die Ver­bin­dungs­stra­ße zwi­schen zwei Orts­tei­len auf der einen Stra­ßen­sei­te mit Bir­ken gesäumt. Auch jetzt im
    Win­ter sind die­se wun­der­voll anzu­schau­en wegen ihrer schö­nen Baum­stäm­me und den sich im Wind wie­gen­den Ästen.

    Einen fei­nen post habt ihr zusam­men­ge­stellt über die­sen schö­nen Baum 🙂

    Lie­be Grü­ße und ich wün­sche euch­ein schö­nes Wochenende
    Christa

  7. Ser­vus ihr Lieben
    auch zu mei­nen Lieb­lings­bäu­men zählt die Bir­ke! Wir haben zwar kei­ne eige­ne im Gar­ten (zu wenig Platz), aber unse­re Nach­barn zur Lin­ken haben vor rund 30 Jah­ren eine Bir­ke an den Rand unse­res Grund­stückes gesetzt — sie lässt ihre Zwei­ge in unse­ren Gemü­se­gar­ten hän­gen und stellt außer­dem eine opti­sche Begren­zung uneres Gar­tens dar — wes­halb ich fin­de, dass sie auch ein biss­chen UNS gehört.
    Dass man Bir­ken­blät­ter essen konn­te, wuss­te ich, aber pro­biert habe ich es noch nicht. Doch Bir­ken­saft schmeckt abos­lut köst­lich. (Lin­den­blät­ter kann man übri­gens eben­falls essen, vor­zugs­wei­se im Früh­ling als zar­tes Gemü­se bzw. Salat; auch sie sol­len sehr gesund sein. Ich habe mir für 2022 vor­ge­nom­men, dass ich das mal probiere…)
    Alles Liebe,
    Traude

  8. Lie­be Loret­ta und lie­ber Wolfgang,
    wir haben auch eine gro­ße Bir­ke auf dem Nach­bar­grund­stück im Blick­feld, wenn wir aus dem Fen­ster sehen. Ich habe schon vie­le schö­ne Bil­der davon in den ver­schie­de­nen Jah­res­zei­ten gemacht. Beson­ders schön ist es im Früh­jahr, das erste Grün zu sehen und auch im Win­ter sieht eine Bir­ke im Rau­reif­man­tel wun­der­schön aus.
    Vie­le lie­be Grü­ße von Doris

  9. Wel­ten­raum, was für eine schö­ne Beschrei­bung der Birke.
    Sie ist sowie­so ein Baum, der mir durch den wei­ßen Stamm beson­ders gut gefällt.
    Gestern im Wald sind wie an so vie­len gefäll­ten Bir­ken vor­bei gekom­men, scha­de, dass ich so weit vom Auto weg war,
    ich hät­te ger­ne ein paar Äste mitgenommen.
    130 Jah­re, alt genug, um zwei Genera­tio­nen zu beglei­ten, aber wie Ihr ja schon geschrie­ben habt, in unse­rem klei­nen Stadt­gar­ten geht es aus Platz­man­gel nicht.
    Nun habt einen schö­nen Sonn­tag, hof­fent­lich ohne viel Sturm, lie­ben Gruß
    Nicole

  10. Guten Mor­gen ihr Beiden,
    ein inter­es­san­ter Bei­trag über die Bir­ke als Weltenbaum…ich mag sie sehr, doch hat sie für mich All­er­gie­po­ten­ti­al und daher haben wir bei der Erwei­te­rung unse­res Grund­stücks die hin­zu­ge­kauf­te fäl­len las­sen. Sie war ein­fach auch zu groß. Eine klei­ne Mini-Bir­ke Lolli­pop steht auf dem Grab mei­ner Mut­ter und die Rin­de leuch­tet wundervoll.
    Lie­ben Gruß und habt einen gemüt­li­chen Sonn­tag, Marita

  11. oh jaaa..
    ich mag Bir­ken und schaue vom Fen­ster direkt auf einen in Nach­bars Garten 😉
    mit den zar­ten Ästen hat die­ser Baum eine gewis­se Leichtigkeit

    mei­ne Oma hat frü­her die ersten Blatt­spit­zen für Tee gesammelt 

    wegen ihrer wei­ßen Rin­de wur­den sie auch als Stra­ßen­bäu­me gepflanzt ..
    sie leuch­te­ten wenn ein Schein­wer­fer sie erfass­te und waren so bes­ser sichtbar
    auch noch frü­her waren sie im Mond­licht gut zu erkennen

    lie­be Grüße
    Rosi

  12. Lie­be Loret­ta, lie­ber Wolfgang,
    sehr schön, sehen eure Bir­ken aus! So edel und statt­lich! Ich mag die Bir­ken mit ihren wei­ßen Stäm­men auch sehr, doch Bir­ken­blät­ter­tee habe ich noch nie getrun­ken. Eure Eier­be­cher aus der Bir­ken­rin­de sehen sehr hübsch aus und ich könn­te sie mir als Tisch­de­ko mit den Eier­ker­zen sehr gut vor­stel­len. Da muss man halt ein­fach dabei­blei­ben, wenn sie brennen :-).
    Ich wün­sche euch einen schö­nen Abend und eine gute neue Woche!
    Lie­be Grüße
    Ingrid

  13. Ich bin immer noch trau­rig, dass wir die Bir­ke hier im Gar­ten schon vor 20 Jah­ren fäl­len las­sen muss­ten. Sie war ein­fach zu alt, und innen hohl… zudem zu nah am Haus.
    Herzlichst
    yase

  14. Ich lie­be Bir­ken und hab einen gro­ßen Teil mei­ner Kind­heit auf einer wun­der­ba­ren drei­stäm­mi­gen Bir­ke ver­bracht. Schön, dass ihr dar­über schreibt!
    Lie­be Grüße
    Nanni

  15. Huch, da hab ich gestern das Kom­men­tie­ren ver­ges­sen, sorry!
    Der Post wäre ein schö­ner Bei­trag zu mei­ner Link­par­ty „Mein Freund, der Baum“:

    https://lemondedekitchi.blogspot.com/2022/01/mein-freund-der-baum-pyramidenpappel-ii.html

    Fühlt euch eingeladen!
    Eine gute neue Woche!
    Astrid

  16. Hal­lo ihr Beiden,
    wie schön, dass ihr einen Bei­trag über die Birke(n) bringt. Ich mag sie sehr. Wir hat­ten frü­her eini­ge im Gar­ten. Gehal­ten haben sich nur zwei inzwi­schen sehr alte Bäu­me im Vor­gar­ten des alten Hau­ses. Die wer­fen aber lei­der auch immer mehr ver­trock­ne­te Äste ab. Die Rin­de fin­de ich total inter­es­sant. Wenn ich im Arbo­re­tum unter­wegs bin, bleib ich eigent­lich immer bei den Bir­ken stehen.
    Herz­li­che Grü­ße — Elke

  17. Lie­ber Wolfgang,

    vie­len Dank für den schö­nen Bei­trag über die Bir­ke, mir war gar nicht so bewusst, dass sie als erste im Früh­jahr aus­treibt. Dar­auf muss ich unbe­dingt ach­ten, wenn wir unter­wegs sind.

    Ich mag sie beson­ders wegen ihrer wei­ßen Rin­de, bei uns in den Wäl­dern gibt es immer wie­der Stel­len, wo vie­le Bir­ken wachsen.

    Ich wün­sche Dir und Dei­ner Loret­ta schon mal ein wun­der­vol­les Wochen­en­de, auch wenn wir uns mor­gen sicher­lich noch­mal lesen werden.

    Herz­li­che Grüße
    aus dem Taunus
    von Anke

  18. The birch is in Fin­nish KOIVU, so qui­te dif­fe­rent from Eng­lish, Ger­man and Swe­dish (björk). The birch is to me a very Fin­nish tree: a birch woods with its white trunks is a won­der­ful sight in the sum­mer. And we use bun­ches of birch bran­ches in the sau­na! Hit­ting the skin with birch bran­ches feels good and the smell is divi­ne. In my gar­den the­re is only one birch but every spring its new lea­ves tell me that the spring is real­ly here 💕 wis­hing a gre­at weekend.

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