Kerbtiere schwirren zuhauf durch den Garten

Kerb­tie­re ist ein alter Begriff für Insek­ten, dabei heißt Insekt auch nichts ande­res als ein­ge­schnit­ten, schließ­lich stammt das Wort aus dem Latei­ni­schem insec­tum. Und wenn man sich so man­ches Insekt etwas näher ansieht, dann stellt man einen selt­sam ein­ge­kerb­ten oder ein­ge­schnit­te­nen Kör­per­bau fest. So wie etwa bei Amei­sen. Ande­re Begrif­fe für Insek­ten sind:

  • Ker­fe
  • frü­her auch Hexa­po­den (Sechs­fü­ßer). Heu­te wird die­ser Begriff aber für eine über­ge­ord­ne­te Grup­pe verwendet.

Allei­ne die Anzahl der Insek­ten­ar­ten ist schon atem­be­rau­bend. Bis­her sind rund eine Mil­lio­nen Arten bekannt. Man schätzt aber, dass es noch weit­aus mehr sind und die mei­sten Arten schlicht noch nicht ent­deckt wur­den. Nach unse­rem der­zei­ti­gen Kennt­nis­stand sind rund 60% der bekann­ten Tier­ar­ten Insekten.

Insekten wurden früher als Kerbtiere bezeichnet, wenn man sich den Körperaufbau ansieht, dann weiß man warum.
Am Kör­per der Amei­se erkannt man gut, war­um Insek­ten frü­her als Kerb­tie­re bezeich­net wurden.

Wer Insek­ten bestim­men möch­te fin­det beim NABU zum Bei­spiel eine App oder auch eine extra Sei­te zur Bestim­mung von Kerb­tie­ren.

Eine einfache Regel zur Bestimmung von Insekten

Es gibt eine ganz ein­fa­che Regel, mit der man ganz sicher weiß, ob da ein Kerb­tier rum krab­belt, oder es sich doch um ein ande­res Tier handelt: 
Kerb­tie­re haben immer sechs Beine.

Alles ande­re gehört nicht zu den Insekten:

  • Spin­nen, die haben acht Beine.
  • Zecken und Mil­ben, auch die haben acht Bei­ne und zu ihren Ver­wand­ten gehö­ren die Spinnen.
  • Hun­dert­fü­ßer haben ganz sicher zu vie­le Bei­ne, bis zu 750 wur­den schon mal gezählt.
  • Wür­mer gehö­ren auch nicht zu den Insek­ten, sie haben gar kei­ne Beine.
  • und Asseln gehö­ren zu den Krebs­tie­ren, ursprüng­lich leb­ten sie mal im Wasser.

Insek­ten lie­gen uns am Her­zen und wir tun so eini­ges, um Insek­ten zu hel­fen. Umso ver­wun­de­ter waren wir als wir bis vor kur­zem noch kaum sechs­bei­ni­ge Kerb­tie­re in unse­rem Gar­ten beob­ach­ten konn­ten. Nur die Flie­gen, die sich über unser Essen her­ma­chen woll­ten, die waren natür­lich da. Aber Schmet­ter­lin­ge zum Bei­spiel waren kaum zu sehen. Da haben wir uns schon gefragt, ob wir nicht genug getan haben.

Wir möch­ten Dir hier zwei Stau­den vor­stel­len, die nicht nur sehr gut aus­se­hen, son­dern auch für Insek­ten rich­tig wert­voll sind. 

Der Wilde Majoran ‘Origanum vulgare’

Auch Ech­ter Dost oder Ore­ga­no genannt

Kerbtiere mögen den wilden Majoran

Aber mitt­ler­wei­le sind sie da, über­all summt und brummt es jetzt und auch Schmet­ter­lin­ge sind wie­der viel mehr zu fin­den, an nur einer Stau­de waren vor kur­zem sogar vier Schmet­ter­lin­ge zu finden.

Von den Bie­nen wird beson­ders der wil­de Dost ange­flo­gen. Dort hat sich regel­recht ein Schwarm zusam­men­ge­fun­den. Aber auch bei Schmet­ter­lin­gen und Rau­pen ist die­se Stau­de sehr beliebt. Der Dost hat sich an der Stel­le, an dem wir ihn vor Jah­ren pflanz­ten rich­tig gut aus­ge­brei­tet. Nicht nur die geflü­gel­ten Kerb­tie­re schät­zen die­se alte Heil- und Gewürz­pflan­ze, die Blät­ter lan­den auch oft in der Küche. Zudem ver­trägt der Dost Trocken­heit sehr gut.

Der Wil­de Majo­ran ‘Ori­ga­num vul­ga­re’ ent­wickelt sich in unse­rem Gar­ten sehr gut.

Mit dem ech­ten Dost schlägt man zwei Flie­gen mit einer Klap­pe. Als Gewürz- und Heil­pflan­ze wird der Dost vom Gärt­ner geschätzt und man wirkt auch dem Insek­ten­ster­ben ent­ge­gen. Zudem erfreu­en auch die wun­der­schö­nen Blüten.

Das Patagonische Eisenkraut

Ver­be­na bonariensis

Direkt in der Nach­bar­schaft des Dost wächst das Pata­go­ni­sche Eisen­kraut. Die­se Stau­de über­zeugt eben­falls als ech­te Zier­de jeden Gar­ten­lieb­ha­ber und lässt sich sehr gut mit ande­ren Pflan­zen kom­bi­nie­ren, zudem wird auch sie ger­ne von Bie­nen und Schmet­ter­lin­gen besucht.

Das Patagonische Eisenkraut ist bei Bienen und Schmetterlingen beliebt.
Das Pata­go­ni­sche Eisen­kraut ‘Ver­be­na bonariensis’

Das Pata­go­ni­sche Eisen­kraut ist zwei­jäh­rig und man soll­te immer ein paar bis zum Früh­jahr ste­hen las­sen, damit man auch in den Fol­ge­jah­ren Spaß an die­ser Stau­de hat.

Vie­le lie­be Grüße

18 Kommentare zu „Kerbtiere schwirren zuhauf durch den Garten“

  1. Ein­fach wun­der­bar, die­ser span­nen­de Bericht über die Kerb­tie­re und deren bevor­zug­tes Umfeld. Der Name Kerb­tie­re sagt viel mehr aus als das Wort Insekten.
    Dass sie bei euch wie­der zahl­reich unter­wegs sind, macht zuver­sicht­lich und beweist, wie umsich­tig und natur­nah ihr euern Gar­ten gestal­tet und hegt.
    Dan­ke für Text und Bil­der und lie­ben Gruss,
    Brigitte

  2. Der Name Kerb­tie­re war mir gar nicht so geläu­fig, sehr inter­es­sant alles und herr­lich zu sehen, was sich bei Euch so im Gar­ten alles tummelt.

    Unser Ore­ga­no (im Topf und auch im Beet) steht in vol­ler Blü­te und lockt auch so vie­le Insek­ten an.

    Lie­be Grüße
    von Anke

  3. Lie­be Loret­ta, lie­ber Wolfgang,

    was für ein wun­der­ba­rer Bei­trag! Ich habe eini­ges gelernt und bin auch sehr für sol­che Tipps dank­bar, wie man einen Bei­trag für die Erhal­tung der Insek­ten lei­sten kann. Die von Euch vor­ge­schla­ge­nen Pflan­zen wer­de ich auch in unse­rem Gar­ten ansie­deln. Nicht nur, dass sie wert­voll sind, sie sehen ja auch noch schön aus!

    Habt eine schö­ne Woche, vie­le lie­be Grüße
    LONI x

  4. Bei­de Stau­den gefal­len mir sehr, schön dass ihr sie hier vor­stellt. Die Ver­be­ne ist schon auf mei­ner Liste fürs näch­ste Jahr. 🙂
    Und der Name Kerb­tie­re war mir auch nicht so geläu­fig. Amei­sen und Asseln haben wir vie­le, im Juni waren die Amei­sen sogar bei mir im Wohn­zim­mer und waren gekom­men um zu blei­ben. Das fand ich aller­dings nicht so toll.
    Vie­le Grüße
    Gabi

  5. sehr schö­ne fotos — kerb­tier­chen sind oft sehr schwer zu knip­sen weil so zappelig.…
    ich glaub, wir hier sind pri­vi­le­giert, was insek­ten angeht — schaut man im gar­ten gegen´s licht, sieht man ein dich­tes geschwe­be und geflattere.
    ich schlep­pe jeden tag ca. ver­irr­te 5 tag­pfau­en­au­gen aus dem haus, gestern war ein rus­si­scher bär dabei. der BW zähl­te mal die pfau­en­au­gen am som­mer­flie­der — kam auf 15. und ein paar ande­re schmet­ter­lin­ge, deren namen er nicht weis.…. diver­se sor­ten bie­nen laben sich auch hier an den vie­len ore­ga­n­opflan­zen (u.a.), die ich über den gan­zen gar­ten ver­teilt hab — alle aus einem ein­zi­gen töpf­chen in ca. 5 jah­ren gezogen.….…
    wes­pen und hor­nis­sen woh­nen im dach­bo­den, amei­sen in jeder ecke und nicht zu ver­ges­sen: mil­lio­nen mücken aus dem alt­arm nebenan
    😀
    und 8- & 100-bei­ner und asseln wo man hin­tritt.….. neu­lich eine medi­ter­ra­ne wes­pen­spin­ne — hier! soviel zum the­ma klimawandel.
    xxxx

  6. Die Insek­ten wer­den uns über­le­ben, die kön­nen sogar im Vaku­um exi­stie­ren und waren die ersten Lebe­we­sen die die von Fran­zo­sen für Atom­bom­ben­ver­su­che miss­brauch­ten Inseln in der Süd­see wie­der belebt haben. Das nur so am Ran­de, wenn wir wei­ter die Erde für uns Men­schen rui­nie­ren. Insek­ten haben ein soge­nann­tes Außen­ske­lett, das in man­cher Hin­sicht robu­ster ist als unse­re mensch­li­che Vari­an­te ( aller­dings auch Nach­tei­le hat ). Viel­leicht fas­zi­nie­ren sie mich des­halb so. Ich habe mal ein For­mi­ca­ri­um gebaut und die Amei­sen dar­in stun­den­lang beob­ach­tet. Ein­zig mit den Mücken steh ich auf Kriegs­fuß ( aber auch nur, weil ich auf ihre Sti­che schon mal all­er­gisch reagie­re ). Aber gegen die hel­fen mir die Fle­der­mäu­se, denen wir ein Appar­te­ment bei uns am Haus ein­ge­rich­tet haben.
    GLG
    Astrid

  7. Hal­lo
    Sehr schö­ne Bil­der und sehr gute Erklä­run­gen. Ker­be­tie­re, das war mir bis heu­te völ­lig unbe­kannt. Daher: man kann beim Blog­gen noch viel ler­nen 🙂 Ich wün­sche Dir und Dei­ner Lieb­sten einen tol­len Tag.

    LG
    Sandra!

  8. Die Bezeich­nung kann­te ich bis­lang nicht…interessant was du über sie berich­test. An Ver­be­na bonar. und hasta­ta kann ich hier im Gar­ten eben­falls vie­le Insek­ten beobachten.
    Lie­ben Gruß und einen schö­nen Abend wün­sche ich euch, Marita

  9. So nun ist mein Kom­men­tar verschwunden.…also noch einmal…
    die Bezeich­nung Kerb­tie­re war mir bis­lang auch unbekannt…interessant was im Post und in den Kom­men­ta­ren dar­über zu erfah­ren ist. Die Bil­der sind wie­der toll …hier tum­meln sich eben­falls vie­le Insek­ten auf Ver­be­na bonar. und Ver­be­na hasta­ta, ein­fach schön zu sehen.
    Lie­ben Gruß und euch einen gemüt­li­chen Abend, Marita

  10. Lie­ber Wolf­gang, lie­be Loretta
    Ganz tol­le Auf­nah­men zeigt ihr. — Ja, am Ore­ga­no habe ich eben­falls vie­le Insek­ten. Letz­ten Monat blüh­te er auf dem Bal­kon und lock­te die Bie­nen an. Nach dem Schnei­den wuchs er wie­der unge­hemmt, dem Regen sei dank, und nun blüht er erneut. So schön, die Insek­ten beob­ach­ten zu können.
    Euch einen son­ni­gen Tag und lie­be Grüessli
    Eda

  11. Dan­ke ihr Lie­ben, das war jetzt wie­der­mal lehr­reich — ich hat­te den Begriff Kerb­tier zwar schon gehört, aber noch nicht wirk­lich die Zusam­men­hän­ge gekannt.
    Schön, dass die Insek­ten jetzt wie­der zu euch zurück­ge­kehrt sind! Der Ore­ga­no ist auch in unse­rem Gar­ten ein guter Insek­ten-Magnet. Außer­dem haben wir hier noch bei­spiels­wei­se den sehr belieb­ten Was­ser­dost, die umschwärm­te Bart­blu­me oder die Wil­de Möh­re, die vor allem von diver­sen Schweb­flie­gen­ar­ten und Wan­zen gern ange­flo­gen wird. Ver­be­nen habe ich im vori­gen Jahr ange­setzt, aber lei­der sind sie in die­sem Jahr nicht wie­der­ge­kom­men. Die bei Bie­nen und Schmet­ter­lin­gen belieb­te­sten Pflan­zen sind hier jeden­falls unan­ge­foch­ten: Laven­del, Kat­zen­min­ze und Sommerflieder.
    Herz­li­che Rostrosengrüße,
    Traude
    https://rostrose.blogspot.com/2021/08/tagesausflug-in-die-wachau-von-romern.html

  12. Den Majo­ran habe ich die­ses Jahr ein­fach mal wuchern las­sen – und war erstaunt bis ent­zückt, wie sehr Bie­nen und Schmet­ter­lin­ge auf ihn abfah­ren. Näch­stes Jahr kommt er auch in den Vor­gar­ten. Das Pata­go­ni­sche Eisen­kraut haben die lie­ben Kerb­tie­re dafür heu­er links lie­gen las­sen … Woll­ten wohl auch mal etwas Abwechslung!°
    Lie­be Grüße
    Petra

  13. Guten Mor­gen,
    vie­len Dank für die Vor­stel­lung die­ser bei­den für Insek­ten so wich­ti­gen Pflan­zen. Ich habe sie mir mal abge­spei­chert, näch­stes Jahr habe ich bestimmt irgend­wo ein Plätz­chen für wei­te­re Blumen.
    Den Namen Kerb­tie­re habe ich zwar schon mal gehört, aber nie so rich­tig gewusst um was es sich han­delt — vie­len Dank für die Erklärung!
    Euch einen schö­nen Tag und lie­be Grüße
    Kirsi

  14. I don’t know much about insects, but love to watch how they appe­ar on Ori­ga­num vul­ga­re. I have it in pink and white. Ver­be­na bona­ri­en­sis is a won­der­ful plant. The minus side is that in Fin­land it is annu­al and must be grown from seed every spring. May­be it is their time next spring… Thank you for beau­ti­ful pho­tos & lin­king. Wis­hing a plea­sant weekend.

  15. Ich fra­ge mich ernst­haft, wo all’ die klei­nen Krabb­ler waren?! Denn auch bei uns war lan­ge nichts los. Das hat sich zum Glück geän­dert und heu­te habe ich tat­säch­lich sogar einen Schwal­ben­schwanz gese­hen. Ist das nicht toll? Das Amei­sen­fo­to ist abso­lut beein­druckend — eine wun­der­ba­re Auf­nah­me. Euch bei­den einen schö­nen Abend. Herz­lichst, Nicole

  16. I could spend hours in the gar­den watching the litt­le crea­tures scur­ry­ing about! Your flowers are gor­ge­ous and so are the litt­le bugs they attract.

    Thanks for sharing your link at My Cor­ner of the World this week!

  17. Es ist immer wie­der erfri­schend, lehr­reich und bele­bend bei Euch Bei­den zu
    stö­bern. Da es so lang­sam auf­wärts geht bei mir nach der schwe­ren Operation
    fan­ge ich so lang­sam an mich „der Blog­welt „wie­der zu ergeben”.
    Euer Gar­ten ist ein Para­dies auf Erden und man bekommt vie­le Anregungen
    die das Herz erfreu­en. Dafür sage ich heu­te ein beson­de­res Dan­ke­schön und
    sen­de lie­be Grü­ße in den Tag, Karin Lissi

  18. Hal­lo Wolfgang,
    das hast Du sehr anschau­lich erklärt! In den letz­ten Jah­ren ist mir auch
    auf­ge­fal­len, wie weni­ge Schmet­ter­lin­ge zu sehen sind. Gute Idee mit dem
    wil­den Majo­ran — viel­leicht fin­det sich ein Plätz­chen in unse­rem Garten.
    Wir gestal­ten ihn näm­lich gera­de um. Euer Gar­ten ist ja ein wah­rer Traum…
    ich wer­de mich noch ein wenig umschau­en. Übri­gens, vie­len Dank für Deinen
    lie­ben Kom­men­tar auf mei­nem Blog neu­lich. Ich habe mich dar­über sehr gefreut!
    Schö­ne Grü­ße von Duni

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