Die unmögliche Achterbahn

Seit Lot­ti bei uns ein­zog hat sich ein­fach alles ver­än­dert. Unser Leben ist wie eine ein­zi­ge Ach­ter­bahn­fahrt, von einer Links­kur­ve geht es sofort in eine schar­fe Rechts­kur­ve, dann direkt in einen Drei­fach­loo­ping, und glau­ben wir end­lich auf­at­men zu kön­nen, stürzt die Ach­ter­bahn plötz­lich steil nach Unten.

Raus aus dem Bett

Jeden Mor­gen, um fünf oder spä­te­stens um halb sechs, ertönt das Signal. Die Ach­ter­bahn ruckelt ein, zwei Mal. Lot­ti hat Hun­ger, muss raus. Jeden Tag, auch am Wochen­en­de. Schlaf­trun­ken neh­me ich mir vor, Lot­ti die Wochen­ta­ge bei­zu­brin­gen. Gebe den Gedan­ken aber spä­ter wie­der auf. Wäh­rend bei­de Hun­de früh­stücken, kochen wir Kaf­fee, Minu­ten der Ruhe, die Ach­ter­bahn nimmt Anlauf.

Lot­ti ist fer­tig, sucht Beschäf­ti­gung, will spie­len, oder auch kno­beln. Die Her­aus­for­de­rung besteht dar­in, das Hüt­chen weg zu zie­hen, wo was ver­steckt ist, erkennt der Hund doch recht schnell.

Unser Leben ist wie eine Fahrt mit der  Achterbahn.
Unter wel­chem Hüt­chen liegt das Leckerchen?

Achterbahn im Garten

Lot­ti mag Gar­ten­ar­beit, sehr sogar, sie hilft uns stän­dig. Schnei­den wir Stau­den zurück, reißt sie eben­falls Pflan­zen ab, zeigt beson­ders Enga­ge­ment, rast mit der abge­ris­se­nen Pflan­ze im Maul durch den Gar­ten, und wir dann manch­mal hinterher. 

Wenn mal kei­ne Pflan­zen geschnit­ten wer­den müs­sen, bud­delt Lot­ti Pflanz­lö­cher, über­all, sogar im Rasen. Und wenn der klei­ne Hund mal Durst ver­spürt, dann gibt es das welt­be­ste Was­ser im Gar­ten­teich. Snup­pi dach­te ja schon immer, dass das Was­ser im Gar­ten­teich ganz beson­ders sei, aber das konn­ten wir noch als Ein­zel­mei­nung abtun.

Manch­mal hat Lot­ti aber auch kei­ne Lust auf Arbeit, dann ver­sucht sie, mit dem Rasen­mäh­ro­bo­ter zu spie­len. Aber der lässt sich nicht über­re­den, fährt stur sei­ne Bah­nen. Ähn­lich ist es mit Snup­pi, so ger­ne Lot­ti mit ihm spie­len wür­de, er igno­riert sie einfach.

Snuppi und Lotti verstehen sich jetzt viel besser. Die Achterbahn hat viel an Geschwindigkeit verloren.
Snup­pi und Lot­ti ver­ste­hen sich mitt­ler­wei­le sehr viel besser.

Aber die bei­den ver­ste­hen sich jetzt viel bes­ser, Snup­pi hat Lot­ti mitt­ler­wei­le akzep­tiert, die Ach­ter­bahn hat hier viel Geschwin­dig­keit ver­lo­ren. Das ein­zi­ge Spiel, an dem Snup­pi Inter­es­se hat ist ein Such­spiel. Wir ver­stecken irgend­wo was zu fres­sen und er fin­det es. Alle ande­ren Spie­le lehnt er kon­se­quent ab.

Lotti ist groß

Grö­ßer als Snup­pi. Gefühlt ist sie nach jedem Nicker­chen ein Stück grö­ßer. Als Mit­tel­pu­del wird sie eine Schul­ter­hö­he von cir­ca 50 Zen­ti­me­tern errei­chen, das kommt uns jetzt schon ganz schön viel vor. Und das ist für uns eine Umstel­lung. Bis­her war ab einer bestimm­ten Höhe alles hun­de­si­cher. Snup­pi inter­es­siert sich ohne­hin nur für Ess­ba­res. Ein Inter­es­se, dass Lot­ti nur bedingt teilt. Dafür möch­te sie wis­sen, was in der Zei­tung steht, oder was wir aus die­sen komi­schen Gefä­ßen trin­ken. Lot­ti steckt ihre Nase über­all rein, muss alles unter­su­chen; wirk­lich alles. Dau­ernd müs­sen wir aufpassen.

Lot­ti ist ein wun­der­vol­ler Hund, unheim­lich süß und lernt schnell, aber sie nimmt uns auch ger­ne mit auf eine Ach­ter­bahn­fahrt und reißt dann auch schon mal das Steu­er mit­ten in einer Rechts­kur­ve ganz nach Links oder umge­kehrt. Da kommt der Wagen dann doch schon ins Tru­deln und wir brau­chen star­ke Ner­ven. Auch Snup­pi sitzt am Schalt­he­bel der Ach­ter­bahn, mei­stens fährt die Bahn dann in schnel­ler Fol­ge hoch und wie­der run­ter. Oft beschwert Snup­pi sich laut­stark, wenn er sich benach­tei­ligt fühlt, obwohl er immer der erste ist.

Lot­ti besucht mit Loret­ta ein­mal in der Woche eine Wel­pen­schu­le, da lernt sie dann „Sitz”, „Platz, „Hier her”, „Nein”, „Gib Pfo­te” und vie­le ande­re Din­ge. Lot­ti macht das wirk­lich gut, so gut, dass Loret­ta und ich stau­nen, wie schnell so ein Wel­pe lernt. Aber auch ich muss noch ler­nen. Zum Bei­spiel, dass es nicht sinn­voll ist, mit Hun­den in gan­zen Sät­zen zu reden.

Manch­mal liegt Lot­ti aber ein­fach so im Gar­ten. Sicher denkt sie in sol­chen Momen­ten dar­über nach wie die Ach­ter­bahn wei­ter fah­ren soll. Run­ter ins Tal. Hoch auf einen Gip­fel? Oder doch lie­ber eine gefähr­li­che 90 Grad Kurve?

Lotti fährt Achterbahn mit uns.
Die Kriech­spin­del Euony­mus ist ein pri­ma Sitzplatz.

So eine Fahrt mit der Ach­ter­bahn kostet Ner­ven, aber wir sind froh, dass Lot­ti da ist. Sie gibt uns ein­fach unheim­lich viel. Und ein Leben ohne Hun­de kön­nen wir uns nicht vorstellen.

Vie­le lie­be Grüße

Loret­ta und Wolfgang

Loretta Nießen

Loret­ta: Fotos

Wolfgang Nießen

Wolf­gang: Text

18 Kommentare zu „Die unmögliche Achterbahn“

  1. Was für ein tol­ler Post und Ver­gleich mit der Ach­ter­bahn, ich habe mich sehr amü­siert;) Der Lot­ti kann man aber auch nicht böse sein, oder:) Ich wün­sche euch noch viel Spaß wei­ter­hin und fallt nicht aus der Kur­ve!!!!! Herz­lichst Kirsten

  2. Wie schön! Da kann man sich so rich­tig gut vor­stel­len, was bei euch gera­de los ist. Über Lot­ti Ener­gie­bün­del und Snup­pi „Kann man es fres­sen?” kann man sich nur freuen.
    LG
    Centi

  3. Hal­lo ihr beiden,

    was für ein herr­li­cher post über die Fahrt in der Ach­ter­bahn mit Lotti. 🙂
    Der Titel passt wie die Faust aufs Auge.
    Lot­ti hält euch wirk­lich sehr auf Trab, aber den Bil­dern sieht man an, sie­he flie­gen­de Lot­ti, dass ihr auch viel Spaß mit ihr habt. 🙂

    Es ist gut, dass Loret­ta mit ihr in die Wel­pen­hun­de­schu­le gibt, damit sie dies und jenes lernt und letzt­end­lich das Leben bei und mit euch
    auch etwas ein­fa­cher und ange­pass­ter vom Ver­hal­ten her wird.

    Wei­ter­hin viel Freu­de mit eurem Wirbelwind. 🙂

    Lie­be Grüße
    Christa

  4. Auch wenn mir ein Hund schlicht zu zeit­auf­wän­dig ist: Eure Lot­ti wäre wohl ein Hund, für den ich mich ent­schei­den könnte.…
    Herzlichst
    yase

  5. Hihi ja das ist hier auch ab und zu noch so. Wobei Lai­la so lan­ge schläft wie wir, zumin­dest am Wochen­en­de. Sonst ste­he ich ja um 5.30 Uhr auf. Da kuscheln wir dann beim ersten Kaf­fee, bevor sie sich wie­der hinlegt. 🙂
    Sie ist ja kein Wel­pe mehr und eeet­was ruhi­ger gewor­den. Aber span­nend ist das Leben auf jeden Fall mit ihr und auch voll mit Liebe.
    Herz­li­che Grü­ße Tina

  6. Herr­lich geschrie­ben, so leb­haft dass man im Zusam­men­spiel mit den Foto direkt einen Film vor Augen lau­fen hat. Echt klas­se! Kann ich mir gut vor­stel­len was es für eine Ach­ter­bahn­fahrt sein kann, aber wie ihr schreibt, ein Leben ohne ist undenk­bar. Da wie­gen dann die­se schö­nen Momen­te auf, selbst wenn man geweckt wird.

    Lie­be Grüsse

    Nova

  7. Genau so muss das Zusam­men­le­ben mit einem ener­gie­ge­la­de­nen Husd ein­fach sei. So köst­lich der Bericht und mein Frau­chen hat geschmun­zelt und immer wie­der mit dem Kopf genicht.
    Macht wei­ter so und habt Spass und Freu­de miteinander.
    Meint die Ayka

  8. Hal­lo Ihr Beiden,
    ja, so ein jun­ger Hund bringt die Gefüh­le und Situa­tio­nen immer hervor
    wie eine Ach­ter­bahn. Lustig geschrie­ben und der Gesichts­aus­druck von
    Lot­ti ist immer nied­lich frech, als wür­de sie sagen „mir gehört die Welt”.
    Es hat mir sehr viel Freu­de berei­tet die Zei­len zu lesen und die Fotos
    anzuschauen,
    Schön, dass sich Snup­pi und Lot­ti gut verstehen.
    Schmun­zel­grü­ße zu Euch Karin Lissi

  9. Lie­be Loret­ta, lie­ber Wolfgang
    Eure Geschich­te über Snup­pi und Lot­ti habe ich so ger­ne gele­sen. Snup­pi mag ich ja sehr und Lot­ti bringt Leben in euer Haus und den Gar­ten. Ich kann es mir leb­haft vor­stel­len. Ihr zeigt ganz tol­le Bil­der und der Text ist amüsant.
    Euch einen unter­halt­sa­men Tag und lie­be Grüessli
    Eda

  10. Tja, was soll ich sagen, vor­läu­fig wird das nicht anders. Dau­ert unge­fähr 5 Jah­re. Als wir Rudi frisch hat­ten, dach­ten wir manch­mal — müs­sen wir ihn wie­der abge­ben. Natür­lich Quatsch aber man stößt an Gren­zen. Wir hat­ten eine Zeit lang eine Ein­zel­trai­ne­rin, sie ist schier ver­zwei­felt. Rudi war ein Rabauke .
    Wie sag­te schon Alt Bun­des­prä­si­dent Rau. zu sei­nem Hund : ” Als Hund eine Kata­stro­phe, aber als Mensch unersetzlich.
    Und übri­gens Hun­de­schu­len sind nicht für den Hund son­dern für Herr­chen und Frauchen.
    Ihr vier schafft das- nur eben ganz anders , wie gehabt. Der Mensch ent­wickelt sich 🙂
    Herz­lichst, Angela
    PS: wenn er ” bleib ” und ” nimm ” kann, seid ihr übern Berg 🙂

  11. Herr­lich, was für zwei Süße!
    Und da ist natür­lich rich­tig Leben im Haus 🙂
    Irgend­wann wird Lot­ti aber auch erwachsener
    und ist nicht mehr ganz so ver­spielt. Aber das wird wohl noch
    ein Weil­chen dauern 🙂
    Ganz vie­le lie­be Grü­ße von Urte

  12. What a lovely sto­ry about your young Lot­ti 💕 A pup­py gives so much joy and their ener­gy is end­less. I had recent­ly daughter’s two dogs for two days. All the time some­thing was hap­pe­ning and both wan­ted to sit in my laps. Ok, tire­do­me some­ti­mes but so fun. Wis­hing a good wee­kend in com­pa­ny of your sweet doggies!

  13. Ja so ein Hund bringt leben in die Bude, sagt man so bei uns. Eure zwei haben ja auch Aus­lauf im Gar­ten. Aber ich als Eule hät­te kei­ne Freu­de an dem Vier­bei­ni­gem Wecker. Unse­re Kin­der hät­ten auch ger­ne einen Hund gehabt, aber wenn bei­de Berufs­tä­tig sind soll­te man kein Haus­tier hal­ten. Wir haben so ein trau­ri­ges Bei­spiel in der Nach­bar­schaft. Geniesst eure Vier­bei­ner die geben ja auch sehr viel.
    L G Pia

  14. Das liest sich so nett, aber für mich wäre das so gar nichts. Aber was Wun­der … ich bin halt ein Katzenmensch.
    Lie­be Grü­ße und euch noch viel Freu­de mit Lotti.
    Herz­li­che Grü­ße – Elke

  15. hihi..
    was für eine lusti­ge „Geschich­te”
    da habt ihr wirk­lich Leben in der Bude
    das geht auch nur mit Gar­ten und viel Auslauf
    lie­be Grüße
    Rosi

  16. Das ist so lustig geschrie­ben. Und genau so ist es mit Hund, vor allem am Anfang mit Wel­pen. Nie lang­wei­lig, immer vol­ler Über­ra­schun­gen, zum Lachen und zum Haa­re raufen.
    Habt wei­ter­hin viel Spaß mit eurer Rasselbande.
    Lie­be Grü­ße von Kerstin.

  17. Oh ja, das Leben mit so einem Pudel, ver­liert jede Lan­ge­wei­le. Nach fast 20 Jah­ren mit 2 Pudel-Damen und jetzt noch mit einem Pfle­ge­pu­del, kann ich eure Beschrei­bung von der Ach­ter­bahn mit Lot­ti , gut nach­emp­fin­den. Sie wir mit den Jah­ren etwas ruhi­ger wer­den. .. 🙂 Gruß Helga

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