Tiere

Der Eichelhäher (Garrulus glandarius)

Ein Eichelhäher ist seit kurzem Gast an unserem Vogelfutterhaus. Er ist da seit wir unser selbst gemischtes Vogelfutter anbieten. Das hat uns dazu veranlasst, uns mit diesem wunderschönen Vogel näher zu beschäftigen.

Warum heißt dieser Vogel eigentlich so?

Den Namen Eichelhäher hat er von seiner Lieblingsspeise, den Eicheln. Die sammelt er sogar, um sich einen Vorrat für die kalte Jahreszeit anzulegen. An die meisten Verstecke erinnert er sich dann, wenn es im Winter nichts mehr zu futtern gibt, ganz ähnlich wie die Eichhörnchen. Wahrscheinlich wird er auch durch unsere Eiche angelockt. Und wenn er schon mal da ist, kann er ja auch mal schauen, was es sonst noch so gibt.

Das Wort Häher bezeichnet einen großen und bunten Rabenvogel und ist seit dem neunten Jahrhundert belegt. Ursprünglich sollte es wohl den Ruf eines Rabenvogels imitieren.

Ein Eichelhäher besucht unser Futterhaus.

Er muss sich allerdings ein wenig ducken, um an die guten Sachen ran zu kommen.

Ein Eichelhäher am Vogelfutterhaus.

Wo lebt der Eichelhäher gerne?

Er kommt in fast allen Wäldern vor, mag es aber nicht so gerne, wenn die Bäume und Sträucher zu dicht beieinander stehen. Lieber ist es ihm, wenn da viel Platz ist. In jüngster Zeit ist er auch in der Stadt anzutreffen, hier besonders in Parks und auf Friedhöfen oder eben auch in Gärten.

Bäume pflanzen

Der Eichelhäher sammelt erstaunlich viele Eicheln und legt einen großen Vorrat an. In Sachsen Anhalt konnte man beobachten, dass ein Eichelhäher innerhalb von nur 20 Tagen rund 2200 Eicheln sammelt und versteckt. Dabei geht der Vogel äußerst geschickt vor und orientiert sich am Gelände selbst, so dass er auch bei einer dicken Schneedecke, die Vorräte sicher wiederfindet.

Der Eichelhäher auf Futtersuche in unserem Garten.

Allerdings wird der Häher nicht alle Eicheln wieder ausgraben, so dass aus jeder nicht genutzten Eichel ein junger Baum sprießt. Zusätzlich versteckt der Eichelhäher auch noch Bucheckern und Haselnüsse. So pflanzt der Eichelhäher im Endeffekt also ganze Wälder. Und damit ist er derart erfolgreich, dass es für solche Neupflanzungen sogar einen extra Fachbegriff gibt: Hähersaaten.

Und weil er so fleißig pflanzt, bezeichnet man ihn auch als Gärtner des Waldes.

Teilweise wurde der Eichelhäher bis zum Ende des neunzehnten Jahrhunderts so stark gejagt, dass er schon fast ausgerottet war. Man hielt ihn für einen Forstschädling und nahm ihm sein gelegentlich räuberisches Verhalten übel. Selten macht sich der Eichelhäher auch über Jungvögel her.

Hin und wieder nimmt der Vogel auch ein Bad der besonderen Art. Er wühlt sich in Ameisenhaufen und badet dann in der Ameisensäure, die von den aufgescheuchten Ameisen abgesondert wird. Das soll Parasiten aus dem Gefieder vertreiben.

Loretta und ich freuen uns sehr, dass dieser wunderschöne Vogel unseren Garten besucht, wer weiß, vielleicht pflanzt er ja auch ein paar Bäume.

Viele liebe Grüße

Loretta und Wolfgang

Loretta Nießen

Loretta: Fotos

Wolfgang Nießen

Wolfgang: Text

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32 Comments

  • Anke

    Liebe Loretta und lieber Wolfgang,

    eIn wunderschönes Porträt vom Eichelhäher, das er auch Gärtner des Waldes genannt wird, war mir gar nicht so bewusst, muss ich mir unbedingt merken.

    Eure Fotos schauen traumhaft schön aus, ich freue mich auch immer, wenn hin und wieder dieser wunderschöne Vogel zu uns in den Garten kommt, leider immer nur recht kurz.

    Alles Liebe
    wünscht Euch
    Anke

  • Varis

    Tolle Bilder dieses wunderschönen Vogels sind euch da gelungen! Ab und zu besucht er uns auch im Garten und ich freue mich jedes Mal sehr, wenn ich ihn sehe.
    LG, Varis

  • Nova

    Wieder was gelernt. Das mit dem Ameisenbad wusste ich bis dato auch noch nicht. Klasse Post und echt schöne Bilder.

    Tja, Thema ausrotten…da habe ich gerade das Buch “Der innere Zirkel” von Ian Smith gelesen und musste dabei sofort an einige Vogelsterben denken. Man mag Vermutungen anstellen aber nicht alles hat nur mit dem Klimawechsel zu tun 😉

    Wünsche euch noch einen schönen Tag und sende liebe Grüsse rüber

    N☼va

  • Centi

    Ein prächtiges Tier, zumindest, bis es den Schnabel aufmacht. 😉
    Bei uns prügelt sich gerade einer gerne mit den Elstern und den Rabenkrähen… ich mag sie alle gern und freue mich, dass sie da sind, aber der Lärm ist unbeschreiblich!
    LG
    Centi

  • Méa

    Lieber Wolfgang, liebe Loretta, solch tolle Bilder sind euch da gelungen, meine Herren. Ich musste vorhin so lachen – jahaaa, Farbe bewirkt so viel! Nicht nur bezüglich Renovierung, ne, auch an Vögeln. Ich Blindfisch bin tatsächlich NIE draufgekommen, dass der Häher ein Rabenvogel ist, oiiii. Wie doof kann man sein – der sieht ja original nach Rabe aus… also zumindest Krähe. Vielen Dank für die Erleuchtung ;))
    Aber sein Verhalten ist auch typisch, ja, hier killen die Häher die Meislein, die zu ihren Jungvögeln im Kasten wollen, die Brut stirbt dann darin, gruselig. Das kommt davon, wenn man die Natur so beschneidet wie es hier passiert. Bei euch ist das hoffentlich noch schön im Lot und die Eichelhäher können noch fröhlich gärtnern 🙂
    Die sind so schlau, diese Kerlchen. Und wunderschön – allerdings würde ich sie bei einem Singwettbewerb nicht nominieren, höhö
    Auch hier hätte ich darauf kommen können, dass das Kerlchen, was da so krächzt, ein Rabenvogel ist…
    Ganz liebe Grüße an euch in eurem kleinen Paradies, wieder ein wundervoller Post, eure Méa

  • Doris

    Liebe Loretta und lieber Wolfgang,
    gerade habe ich euren schöne Post gelesen. Wenn ich hier sitze und aus dem Fenster schaue, dann Blicke ich auf 3 große Eichelbäume, die hier zusammen mit Lindenbäumen die Straße säumen. In diesem Jahr sieht man hier besonders oft den Eichelhäher. Aber so nah wie auf den Fotos konnte ich sie noch nicht betrachten und am Futterhäuschen konnte ich ihn bei uns auch noch nicht entdecken. Vielen Dank für die interessanten Information rund um diesen schönen Vogel.
    Viele liebe Grüße Doris

  • Daniela

    Ich habe den Eichelhäher in Verdacht, im Sommer einen Nistkasten mit Kohlmeisen ausgeräubert zu haben. Zweimal hatte ich ihn verscheucht, als er vor dem Kasten saß und quasi ins Loch gucken wollte. Als ich einige Tage später in den Garten kam, war das Nest zerstört, die Klappe, das Nest und zwei tote Meisen, eine mit abgebissenem Kopf, lagen auf dem Boden. Seitdem ist er kein gern gesehener Gast in meinem Garten.

  • elfi

    diese schönen vögel haben mir die ganzen stachelbeeren gestohlen, sie waren um die 10 … bin aber nicht böse auf sie.. es war ein wunderbares spectacle ..leider ohne foto apparat :))) bises

  • Christa Jäger

    Hallo ihr beiden,

    tolle Bilder habt ihr von eurem lieben Besuch mitgebracht. Der Eichelhäher ist auch wirklich ein schöner Vogel mit seinem bunten Gefieder.
    Im Wald kann man beobachten, dass ihm nichts entgeht und er stets andere vor Gefahr warnt.
    Natürlich bedient er sich bei euch nicht nur an den Früchten der Eiche, nein, er bekommt in einem 5-Sterne-Restaurant auch noch eine Mahlzeit serviert. 🙂

    Liebe Grüße und einen schönen Tag für ecuh
    Christa

  • Monika

    Hallo Ihr Zwei,
    was für tolle Bilder und danke dafür, dass ich nun den Eichelhäher mal sehen durfte.
    Bisher kannte ich den Namen nur aus dem Buch Tintenherz. Dort wurde eine Figur nach diesem Vogel benannt.
    Danke für den tollen informativen Post!

    Liebe Grüße

    Monika

  • yase

    Im Winter hatten wir auch schon Eichelhäher im Garten. selten, aber doch hin und wieder.
    Und nun sind Tannenhäher da, ein Paar hat sogar Junge aufgezogen. Ich bin gespannt, wie es da weitergeht
    Herzlichst
    yase

  • moni

    Liebe Loretta, lieber Wolfgang,
    der Eichelhäher ist ein wunderschöner Vogel. Danke für diese schöne Vorstellung des “Gärtner des Waldes”.
    Schönen Dienstag und lieben Gruß
    moni

  • Arti

    Wenn ihr dem Eichelhäher zur Abwechselung auch ganze Erdnüsse anbietet, könnt ihr beobachten, dass er bis zu 4/5 komplette Erdnüsse in seinen Kehlsack stecken kann und mit denen auf und davon fliegt um in Ruhe zu schmausen.
    Ein grandioser Vogel. Die Info über das Ameisenbad war mir neu :))

    Liebe Grüße
    Arti

  • Wiebke Weber

    Ein toller Post über einen interessanten Vogel! In unserem Garten sind auch immer zwei dieser Exemplare zu Gast. Die ein oder andere Minieiche findet sich jedes Jahr unter Bäumen und Büschen.
    Also genau wie von Euch beschrieben.
    Vielen Dank und viele Grüße von
    Wiebke

  • Sheepy

    Das sind ja tolle Aufnahmen und gleich wieder was dazu gelernt. Auch bei uns gibt es Eichelhäher, meist hört man sie jetzt nur. Im Winter lassen sier sich aber auch an den Futterstellen blicken.
    Liebe Inselgrüße
    Kerstin

  • Astridka

    Was habe ich in Kindheit & Jugend seine Warnrufe im Wald geliebt. Aber nun habe ich seit Jahr und Tag welche im Garten. Und manches Mal auf meinen Blumenkästen im ersten Stock sitzend und nach den Erdnüssen (!) forschend, die er dort versteckt hat. Woher die sind, weiß ich nicht, aber ich finde jedes Jahr welche in meinen Blumenkästen, wenn ich die Erde austausche. Ansonsten gibt es immer wieder mal Streitereien mit den Elstern in unseren Bäumen…
    Ich mag ihn sehr, den einstigen Waldbewohner.
    LG
    Astrid

  • Sachsenrose

    So ein überaus hübscher Vogel und ihr habt ihn so schön “porrtaitiert” .Ich bedanke mich für die wunderschönen Fotos und die vielen Informationen bei Euch Beiden. Das mit dem Ameisenhaufen wusste ich z. B.noch gar nicht, aber man lernt ja nie aus.
    Ich wünsche Euch noch viele schöne Stunden mit dem Eichelhäher. Viele liebe Grüße sendet Euch Rosi ♥♥♥

  • Rosa Henne

    Liebe Loretta, lieber Wolfgang,
    ein sehr schöner Vogel, der Eichelhäher! Er gefällt mir! Wir konnten ihn bei unserem Heckengäu-Spaziergang auch beobachten und vor einigen Tagen kam eine Reportage, die zeigte, wie der Eichelhäher ein Eichhörnchen beäugte, das seine Beute versteckte. Kaum war das Eichhörnchen weg, buddelte der Eichelhäher den versteckten Leckerbissen wieder aus :-). Eure Fotos sind wunderschön! Vielen Dank für die interessante Vorstellung!
    Liebe Grüße
    Ingrid

  • Claudia

    Liebe Loretta, lieber Wolfgang,
    da sind Euch herrliche Bilder von diesem wunderschönen Vogel gelungen! Herzlichen Dank dafür und auch für den sehr informativen Text!
    Bei uns war letzte Woche auch zum ersten Mal ein Eichelhäher an den Futterstellen! Ich war leider nicht schnel genug für ein Photo … nun hoffe ich, daß er bald wieder mal kommt :O)
    Ich wünsche Euch einen schönen und freundlichen Wochenteiler!
    ♥️ Allerliebste Grüße, Claudia ♥️

  • Biggi

    Liebe Loretta und lieber Wolfgang,
    ein wunderschöner Post über den hübschen schlauen Eichelhäher, das er auch Gärtner des Waldes genannt wird, wußte ich gar nicht.
    Die Fotos sind traumhaft schön, ich freue mich auch immer wenn ich ihn ab und an mal sehe … leider kommt er sehr selten zu uns in den Garten.

    Liebe Grüße und eine schöne Restwoche wünsche ich Euch.
    Biggi

  • Frau Pratolina

    Liebe Loretta, lieber Wolfgang,
    Ich kann das nur bestätigen. Früher hat der Eichelhäher versucht, in meinen Balkonkästen Wälder zu pflanzen, heute versucht er es in meinem Garten. Leider muss ich dem Einhalt gebieten, denn es wären zu viele Eichen und Walnussbäume für meinen Garten. Aber es ist immer schön, ihm zuzusehen. Auch in meinem Vogelhaus muss er ordentlich den Kopf einziehen, aber er ist ja geschickt.
    Herzliche Grüße
    Steffi

  • Traude "Rostrose"

    Servus, ihr Lieben!
    Gärtner des Waldes – das klingt schön! Ihr habt da wahrlich einen wunderbaren und seltenen Besucher im Garten! Und die Fotos sind große Klasse!
    In meinem Leben habe ich – ganz kurz nur, und es reichte nie zum Fotografieren – ein oder zwei Eichelhäher in natura gesehen, und zwar im Wienerwald, wo Eichen, Buchen & Co. in bunter Mischung mit anderen Laub- und mit Nadelbäumen wachsen. In unserer Gegend gibt es zwar auch die eine oder andere Eiche, aber viele sind es nicht – vielleicht nicht ausreichend für eine Eichelhäherpopulation…? 2200 Eicheln, das ist doch eine ganz beachtliche Zahl!
    Ich wünsche euch, dass dieser prächtige Geselle euch noch oft und oft besucht und wenn möglich auch eine Partnerin findet und Junge bekommt! Ja und so ein kleiner Häherwald be euch, der wäre bestimmt hübsch! 🙂
    Habt einen guten letzten Oktobertag,
    herzlichst, Traude
    https://rostrose.blogspot.com/2019/10/herbstbluten-ein-ausflug-auf-den.html

  • riitta k

    Es war schön, diesen Beitrag zu lesen. Ich wusste nicht, dass Eichelhäer als Gärtner des Waldes genannt wird. Ich sehe ihhn ab und zu in meinem Garten. Es ist ein hübscher und großer Vogel mit einem schrecklich hässlichen Geräusch! Habt ein schönes Wochenende, lg riitta

  • Claudia

    Ach, bei euch ist er jetzt. Ich habe ihn schon länger bei uns vermisst. Wie schön, dass er sich bei euch offensichtlich sehr wohl fühlt. Und gut sieht er aus.
    Viele Grüße
    Claudia

  • Margit

    Tolle Bilder dieses hübschen Vogels. Wir haben hier ganz viele hier und das mitten in der Stadt. Ans Futterhaus wagt er sich hier nicht, dafür hört man sein lautes und durchdringendes Rufen überall. Im Moment kommen viele Vögel ans Futterhaus. Mal sehen, ob es so bleibt oder ob wir im Winter wieder eine Flaute erleben.
    Viele Grüße von
    Margit

  • Sara - Mein Waldgarten

    Ich mag den hübschen Vogel auch sehr. In unseren Gärten war er auch schon zu Gast, insbesondere aber in sehr kalten Wintern. Denn sonst hält er sich lieber im Wald oder am Stadtrand auf und kommt nicht extra zu uns raus. https://mein-waldgarten.blogspot.com/search?q=eichelh%C3%A4her
    Seine Federn zierten früher die Gamsbärte an den Hüten. Als Kind fand ich einmal eine blaue Feder, eine Seltenheit!
    Leider finden diese Vögel nicht immer alle Nüsse, die sie versteckt haben, wieder, wie Du/Ihr hier auch schreibt. Ich habe schon manches “Nest” mit Nüssen per Zufall entdeckt und wie oft wachsen aus z.B. vergrabenen Walnüssen dann Walnussbäume. Dieser Vogel ist in der Tat der große Pflanzer in den Wäldern! Und auch Gärten. 🙂 Aber nicht nur der Eichelhäher, seine Verwandten die Raben und Krähen tun es ihm nach. – Erst gestern fand ich wieder eine Walnuss. Aber bis unser Walnussbaum einmal trägt, werden noch Jahre vergehen. Die Vögel schleppen die Nüsse hierher und vergraben sie als Wintervorrat. Es ist schon spannend in einem Garten zu leben.

    Liebe Grüße und viel Freude noch an den Vögeln und im Garten
    Sara

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