Bad Lauchstädt

Meine Arbeit

erfor­dert es lei­der, dass ich kreuz und wie­der quer durch unser Land unter­wegs bin. Und bis­wei­len füh­ren mich mei­ne Rei­sen an gar wun­der­li­che Orte, die­ses Mal ent­deck­te ich Bad Lauchstädt.

Bad Lauchstädt

Ein klei­ner, ver­schla­fe­ner Ort, der gefühlt, und auf den ersten Blick, bestimmt noch nicht ein­mal fünf Hun­dert Ein­woh­ner hat.
Da ich aller­dings ein wenig Zeit hat­te, raff­te ich mich auf, den Ort im Dorn­rös­chen­schlaf zu erkun­den, ihm sei­ne Geheim­nis­se zu ent­rei­ßen.
Und zu mei­ner gro­ßen Über­ra­schung gibt es hier wirk­lich Ungewöhnliches.

Das Bürgerhaus in Bad Lauchstädt

Goe­the war hier? Hiiiiier? Wie ist das mög­lich?
Aber es wird noch unheimlicher.

Christiane Becker

Zu ihrer Zeit muss sie eine groß­ar­ti­ge Schau­spie­le­rin gewe­sen sein. „Wenn sie nur noch eini­ge Jah­re so fort­schrei­tet, wird Deutsch­land bald nur eine Schau­spie­le­rin haben.“ – Chri­stoph Mar­tin Wie­land Sie war sogar Vor­bild für vie­le Mäd­chen­ge­stall­ten in Goe­thes Werk.   „… so hat­te ich sie gewiss vor Augen und mei­ne Mäd­chen und Frau­en bil­de­ten sich nach ihr und ihren Eigen­schaf­ten. Es kann grö­ße­re Talen­te geben, aber für mich kein anmu­ti­ge­res.“ – Johann Wolf­gang von Goe­the Wer mehr über die­se Frau erfah­ren möch­te folgt dem Link zu Wiki­pe­dia: Chri­stia­ne Becker

Eine Büste von Goe­thes Ehe­frau Chri­stia­ne, die er am 19. Okto­ber 1806 hei­ra­te­te, fin­det sich im Kur­park. Goe­the leb­te vor­her schon vie­le Jah­re in wil­der Ehe mit Chri­stia­ne zusammen.

Christiane von Goethe

Aber das ist noch nicht alles. Ich fin­de wei­te­re Schil­der, die gro­ße Namen tra­gen. Wag­ner war auch in die­sem Ort.

Richard Wagner

Und auch Schil­ler hat die­sen Ort besucht.

Bad Lauchstädt

Es ist für mich ein­fach unglaub­lich. Ich bin neu­gie­rig gewor­den und fra­ge Tan­te Wiki­pe­dia. Ja, und die weiß es, natürlich.

Bad Lauchstädt

Der Ort ist nicht so klein, wie er mir vor­kommt, son­dern hat 4715 Ein­woh­ner und ist sogar eine Stadt und das bereits seit 1430.
Bedeu­tung erlang­te der Ort erst­mals um 1700 als man zufäl­lig eine Mine­ral­quel­le ent­deck­te. Von der Uni­ver­si­tät Hal­le wird sogar die heil­kräf­ti­ge Wir­kung des Was­sers bestä­tigt.
Zudem wur­de der Ort nach 1850 zum bevor­zug­tem Bade­ort des Dres­de­ner Hofes und wur­de damit zu einem exklu­si­vem Mode­bad. (Mode­trends gab’s damals also auch schon.)
Die lite­ra­ri­sche Bedeu­tung von Bad Lauch­städt beginnt dann mit Goe­the, der 1802 für vier Wochen in dem Ort ver­weilt und für die Ein­wei­hung des Thea­ters ver­ant­wort­lich ist.
Neben den bekann­ten Per­so­nen, die ich oben schon genannt habe, besuch­ten auch die fol­gen­den Per­sön­lich­kei­ten Bad Lauch­städt sehr gerne:

  • Chri­sti­an Fürch­te­gott Gellert
  • Johann Chri­stoph Gottsched
  • Chri­stoph Mar­tin Wieland
  • Georg Wil­helm Fried­rich Hegel
  • Fried­rich Wil­helm Joseph Schelling

Ich bin sehr über­rascht, um nicht zu sagen, völ­lig geplät­tet. Das hät­te ich nicht erwar­tet. Hät­test Du es gewusst?

Was ich sonst noch vom Ort sehen konn­te, hat mir auch gefallen.

Bad Lauchstädt
Bad Lauchstädt
Bad Lauchstädt
Bad Lauchstädt

Ich bin jeden­falls sehr über­rascht in so einem, doch eher unbe­deu­ten­den Ort, so viel gro­ße Namen gefun­den zu haben. Und schön ist der Ort auch noch, wenn man mal von den unsa­nier­ten Häu­sern absieht, die man immer noch über­all in der Ex DDR fin­det. Ich wün­sche Dir noch eine wun­der­vol­le Woche. 

Vie­le lie­be Grüße 

Wolf­gang

Schau doch mal hier rein

30 Comments

  1. Guten Mor­gen lie­ber Wolf­gang,
    gut, dass du Zeit hat­test, den Ort zu erkun­den, es war wohl fast wie eine klei­ne Zeit­rei­se. Ich bin sehr ger­ne mit­ge­kom­men durch den klei­nen Ort, der jedoch vier­mal grö­sser als das Dorf hier ist.
    Dir einen ange­neh­men Diens­tag und
    lie­be Grü­sse
    Eda

  2. Hal­lo Wolf­gang,
    jetzt muß­te ich grin­sen. 2001 waren wir in unse­rem Urlaub in Sach­sen-Anhalt genau dort und haben uns das alles ange­se­hen.
    Inter­es­sant war, dass Emi­lia Galot­ti, übri­gens ein her­vor­ra­gen­des Schau­spiel von einem mei­ner „Lieb­lin­ge” Les­sing gege­ben wur­de.
    Da wer­den Erin­ne­run­gen wach. Schööön!
    Wir sind gera­de dort hin­ge­gan­gen, weil es so geschichts­träch­tig ist. 

    Übri­gens, weil ldu die Schau­spie­le­rin Chri­stia­ne Becker erwähnst. Für mich war
    Sabi­ne Sin­jen die beste Emi­lia, die es gege­ben hat. Aber ich glau­be heu­te ken­ne Nie­mand mehr die­se lei­der all­zu­früh ver­stor­be­ne Schau­spie­le­rein Sabi­ne Sinjen.

    Dan­ke­schön für dei­nen Bericht
    Eva

    1. Lie­be Eva,
      ich kann mich noch gut an die groß­ar­ti­ge Sabi­ne Sin­jen erin­nern, eine her­vor­ra­gen­de Schau­spie­le­rin, die ihren Frau­en­rol­len stets etwas Beson­de­res schenkte!

  3. Ne.…das hät­te ich auch nicht gewusst und fin­de es sehr inter­es­sant. Das was man auf dei­nen Bil­dern sieht schaut auch gut aus. Ein hüb­scher Ort der gemüt­lich wirkt und den­noch dann soviel Geschich­te hat. Dan­ke dass du uns mit­ge­nom­men hast. Wie­der den Hori­zont erweitert ;-))

    Übri­gens, bei uns „tobt” momen­tan Sil­ve­ster Stal­lo­ne rum, es sind an ver­schie­de­nen Plät­zen der Insel Filma­auf­nah­men für sei­nen näch­sten Rambo^^

    Tol­len Tag noch und lie­be Grüsse

    N☼va

  4. Lie­ber Wolfgang,

    dein Bei­trag hat mir super gut gefal­len. Nicht nur berühm­te Leu­te hast du uns mit­ge­bracht, auch ein paar schö­ne Impres­sio­nen von der Stadt. Der Stadt­park hat sehr schö­ne Ecken. Die Blu­men­am­pel, wel­che Pracht. Wie die Son­ne in den Hof rein­schaut, ein klas­se Bild.

    Ich wün­sche dir noch eine fei­ne Rest ‑Woche
    LG Pau­la

  5. wer sucht, fin­det :)) lie­be grüsse 

  6. Lie­ber Wolf­gang,
    nein, das habe ich alles nicht gewusst, wie­der was dazu gelernt!!!
    Dein Bei­trag ist sehr inter­es­sant und sehr schö­ne Bil­der hast Du uns mit­ge­bracht.
    Lie­be Grü­ße und einen schö­nen Tag wün­sche ich Dir.
    Kari­na

  7. Ein wirk­lich pit­to­res­ker Ort, der mir nur ein Begriff ist durch die Wei­ma­rer Klas­sik. Aber das ist ja das tol­le an der deut­schen Pro­vinz, beson­ders im Osten, dass durch die Klein­staa­te­rei über­all kul­tu­rel­le Zen­tren ent­ste­hen konn­ten.
    Schön, wenn man beruf­lich unter­wegs sein muss und dann auch noch pri­vat den Hori­zont erwei­tern kann.
    LG
    Astrid

  8. Da bin ich auch ziem­lich geplät­tet, lie­ber Wolf­gang.
    Nein, ich habe weder von Bad Lauch­städt, noch von der Schau­spie­le­rin Chri­stia­ne Becker-Neu­mann je gehört (in jun­gen Jah­ren schon so berühmt und dann auch gleich früh ver­stor­ben, wie ich gera­de nach­ge­le­sen habe).
    Schön, mal so über einen Ort in die Kul­tur ein­zu­tau­chen und zugleich einen „Hot­spot” der Dich­ter und Den­ker des 18./19. Jh. ken­nen­zu­ler­nen, dan­ke dafür.
    Herz­li­che Grü­ße und auch dir/euch noch eine schö­ne Woche
    Petra

  9. Oh I wish I could have this post trans­la­ted to Eng­lish. I’m so curious about the­se pho­tos!
    Thanks for sharing 

  10. …ich bin ja gar nicht so weit davon auf­ge­wach­sen, lie­ber Wolf­gang,
    aber das wuß­te ich so auch nicht…in bad Lauch­städt war ich nie und von dem Thea­ter habe ich auch nicht gehört, das muß ja wirk­lich ein beson­ders gutes gewe­sen sein…wie gut, dass du dir die Zeit neh­men konn­test, dies zu erkunden,

    lie­be Grü­ße Birgitt

  11. Da sieht man mal wie­der, Rei­sen bil­det 😉
    Von dem Ort und sei­ner inter­es­san­ten Geschich­te habe ich noch nie gehört. Falls wir da mal hin­kom­men, weiß ich jetzt Bescheid.
    Lie­be Grü­ße
    Hei­ke

  12. Lie­ber Wolfgang,

    super, dass du etwas Zeit hat­test, um die­sen Ort oder bes­ser besagt die klei­ne Kur­stadt zu erkun­den.
    Ich war zwar noch nicht dort, aber von einer Freun­din, die nicht weit ent­fernt wohnt, weiß ich, dass die­se Stadt auch als Goe­the-Stadt bezeich­net wird.
    Schaut man sich dei­ne mit­ge­brach­ten Fun­de hier an, weiß man auch war­um.
    Unse­re gro­ßen Dich­ter ver­brach­ten alle viel Zeit in diver­sen Städ­ten in der ehe­ma­li­gen DDR.

    Die­ses Städt­chen scheint ein Klein­od zu sein und es bleibt zu hof­fen, dass so man­che noch nicht sanier­ten Häu­ser nicht gänz­lich ver­fal­len, son­dern Mög­lich­kei­ten gefun­den wer­den, sie wie­der in neu­em Glanz erstrah­len zu lassen.

    Lie­be Grü­ße
    Chri­sta

  13. Lie­ber Wolf­gang,
    ganz erstaun­lich, was Du alles in Wis­sens­wer­tem aus­ge­gra­ben hast. Ich habe noch nie von die­sem Städt­chen gehört. Dabei waren so vie­le, die heu­te gro­ße Namen tra­gen, bereits dort.
    Dan­ke fürs Mit­neh­men, für die Infos und die fei­nen Impres­sio­nen in Bil­dern.
    Lie­be Grü­ße und einen schö­nen Diens­tag
    herz­lichst moni

  14. Hal­lo Wolf­gang,
    so viel Bedeu­tung hät­te ich dem Ort (vom Namen her) auch nicht zuord­nen kön­nen. Aber umso schö­ner sind dann die Über­ra­schun­gen. Mit Erstau­nen habe ich alle Schil­der gele­sen und den­ke, das klei­ne Städt­chen ist sicher einen Besuch wert. Vie­len Dank für die Vorstellung.

    Lie­be Grü­ße
    Arti

  15. Buen repor­ta­je. Besitos .

  16. Lie­ber Wolf­gang, das klingt ja sehr inter­es­sant. Ich wuss­te es ehr­lich gesagt nicht, dass Goe­the dort ver­weil­te. Es ist ehr­lich gesagt immer wie­der span­nend, was man so auf Blogs zu lesen bekommt und dabei wie­der etwas Neu­es lernt.

    LG Kath­rin

  17. Lie­ber Wolf­gang,
    wenn einem die Arbeit an solch wun­der­ba­ren Orte führt, dann ist das toll! Dan­ke, daß Du die Zeit hat­test, für uns die­se herr­li­chen Bil­der zus­sam­men­zu­tra­gen und dan­ke für all die­se Infor­ma­tio­nen zu die­sem wun­der­schö­nen Ort! Auch ich habe heu­te dazu­ge­lenrt, hertli­chen Dank!
    Ich wün­sche Dir einen ange­neh­men Wochen­tei­ler!
    ♥ Aller­lieb­ste Grü­ße, Claudia ♥ 

  18. Lie­ber Wolf­gang,
    das war oder ist eine schö­ne Rund­rei­se durch Bad Lauch­städt die uns dar­ge­bo­ten hast.
    Ein klei­ner ver­wun­sche­ner Ort, der etwas mär­chen­haf­tes für sich hat. So vie­le berühm­te Men­schen hat es beher­ber­gen kön­nen, ein­fach fan­ta­stisch. Es ist toll, dass du durch dei­ne Arbeit sol­che Orte ken­nen­ler­nen kannst und wir dar­an teil­ha­ben dür­fen. Dan­ke dafür.
    Vie­le Dan­kes­grü­ße in dei­nen Tag, Karin Lissi

  19. Da hast Du ja ein rich­ti­ges Klein­od ent­deckt! Rich­tig idyl­lisch! Drum waren wohl auch so vie­le bekann­te Per­sön­lich­kei­ten hier.
    Vie­le Grü­ße von
    Mar­git

  20. ein auf den ersten Blick ver­schla­fe­nes Städt­chen mit gro­ßer Ver­gan­ge­heit
    ja.. manch­mal ent­deckt man so etwas eher neben­bei 😉
    sehr schö­ne Bilder

    dan­ke fürs mitnehmen 

    LG
    Rosi

  21. Sehr inter­es­sant und sehr hübsch. Das habe ich alles so noch nicht gewusst. Dan­ke für die schö­nen Bil­der und den Erkennt­nis­ge­winn. Lie­be Grüße 

  22. Es lohnt sich wirk­lich, lie­ber Wolf­gang, sich mal Zeit zu neh­men zum Schau­en. Mach öfter mal ’ne Pau­se und ver­bin­de mit dem Not­wen­di­gen schö­ne Momen­te des Inne­hal­tens und Stau­nens.
    Lie­be Grü­ße — auch an Loret­ta — sen­det Edith

  23. als „ex-ddr-bür­ger” habe ich bad lauch­städt natür­lich auf dem schirm — und unsa­nier­te häu­ser sind mir lie­ber als tot­sa­nier­te 😀
    schö­ne bil­der haste gemacht!
    xxx

  24. Wie schön sol­che Über­ra­schun­gen sind. Vor eini­gen Jah­ren habe ich in dem klei­nen Thea­ter im Rah­men der Hän­del­fest­spie­le eine atem­be­rau­ben­de Auf­füh­rung der Oper Alci­na gese­hen.
    LG
    Mag­da­le­na

  25. Na da hast DU mich am frü­hen Mor­gen heu­te mit inter­es­san­ter Kul­tur ver­wöhnt! Nie und nim­mer gewußt!
    Der Ort is sozu­sa­gen dann KLEIN aber O H O !!!
    Klas­se!
    Dan­ke für’s Mit­neh­men nach und erzäh­len von Bad Lauchtädt!

    Habt eine fei­ne Woche!
    Lie­be Grü­ße
    Susi

  26. Nie gehört von Bad Lauch­städt, aber nun! Dan­ke fürs Mit­neh­men, lie­ber Wolf­gang! Wenn man schon quer durch die Repu­blik beruf­lich unter­wegs sein muss, sind sol­che Orte echt für ange­neh­me Über­ra­schun­gen gut.
    Lie­be Grü­ße
    Karen

  27. Ein biss­chen scheint in die­sem hüb­schen Städt­chen auch die Zeit ste­hen geblie­ben zu sein (was wirk­lich nichts Nega­ti­ves ist!).
    Dan­ke fürs Mit­neh­men, da habe ich wie­der ein­mal ein Stück­chen Deutsch­land ken­nen­ge­lernt.
    Lie­be Grü­ße
    Andrea

  28. Lie­ber Wolf­gang,
    wie gut, wenn man manch­mal über den Tel­ler­rand schaut.
    Denn dann kann man wun­der­schö­ne Orte ent­decken.
    Schön schaut es dort aus. Aller­dings kann­te ich das Städt­chen bis heu­te auch nicht.
    Und so viel Pro­mi­nenz auf ein­mal, hui, geschichts­träch­ti­ger Boden.
    Dir Dan­ke fürs Mit­neh­men, lie­ben Gruß
    Nico­le

  29. Das ist ja der Ham­mer! Eine ech­te Ent­deckung, wie­so hat man noch nie davon gehört? Ein­fach klas­se, wie die Leu­te dort ihr kul­tu­rel­les Erbe aber auch deut­lich machen, und super­schö­ne Fotos! Ja, das Schö­ne blüht oft auch im Ver­bor­ge­nen — ich hab das auch erlebt, als ich mei­ne Saar­land­rund­rei­se mach­te — ich freu mich, hier was gelernt zu haben, allein die vie­len Dich­ter, die sich hier auf­hiel­ten — sehr schö­ner Beitrag

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